Medien sollen den Menschen dienen

Heute sei in den globalen Mediennetzen eine ‚just-in-time-Kommunikation’ unabhängig von Ort und von Tag- und Nachtzeiten möglich, so der Bischof. Auch ‚ungleichzeitige Kulturen’ in Nachrichten- und Bilderaustausch hätten da ihren Platz. Eine soziale Kommunikation, die am Menschen orientiert sei, sei überlebenswichtig, so der neue Leiter der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz Gebhard Fürst. Das gelte sowohl im Kleinen wie auch im Großen. Friedliche Verständigung und Dialog auch zwischen großen Kulturen erforderten „das ganze Potential des menschlichen Geistes: die Ausbildung seines Verstandes, die Kultivierung seiner Gefühlswelten und die Erfahrung seiner transzendenten Bestimmtheit.“ Der Dialog erfordere Klarheit über die eigenen Standpunkte und gleichzeitig Offenheit für das Gegenüber. „Nur ein solcher Dialog, der die Differenz aushält, stiftet kreatives, lebendiges und friedvolles Miteinander – nach innen, wie nach außen“, so Bischof Gebhard Fürst.

Die Kirche sei aufgerufen darauf zu achten, dass die Medien sich ihres Gesellschaftsauftrags nicht entledigen, am „Garten des Menschlichen“ mitzuwirken. Sie könnten an einer wirklich humanen Zukunft mitarbeiten und die Menschenwürde in ihrer Bedrohtheit darstellen. Auch die kirchlichen Medienschaffenden sollten sich darüber klar werden, was sie den Menschen wie kommunizieren wollen. Es gehe um die Qualität der Sprache, die den anderen nicht nur erreichen solle, sondern mit ihm auch dialogisch in Kontakt treten und auf dem gemeinsamen Weg als Menschen weiter bringen solle. „Die Medien sollten den Menschen und ihrer „Communio“ im tiefsten Sinne dienen. Das ist der erste Maßstab kirchlicher Medienpolitik!“

Den Medienpreis der Deutschen Bischofskonferenz verlieh der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, in Bonn an die Preisträger in zwei verschiedenen Kategorien. Preisträger sind in der Kategorie elektronische Medien Cornelia Klaila und Tilmann Kleinjung, Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, sowie in der Kategorie Printmedien der Spiegel-Autor Mario Kaiser. Der Katholische Medienpreis, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist, wird in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM) ausgeschrieben. Der Preis soll dazu beitragen, Journalistinnen und Journalisten auch künftig zu qualitäts- und werteorientiertem Journalismus zu motivieren. Ausgezeichnet werden Beiträge, die die Orientierung an christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern, das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften, Religionen, Kulturen und Einzelpersonen beitragen.