Medikamenten-Beratung für Schwangere

Einen ersten Scheck in Höhe von 100.000 Euro überreichte der Vorsitzende der Stiftung, Generalvikar Clemens Stroppel, am Donnerstag in der Zentrale der St.-Elisabeth-Stiftung in Bad Waldsee. Das von dieser Stiftung 2002 eingerichtete Institut ist am Ravensburger Krankenhaus St. Elisabeth in der Oberschwabenklinik angesiedelt.

Reprotox berät Ärzte und schwangere Frauen über mögliche Folgen von Medikamentenkonsum für das Kind im Mutterleib. Paulus hat nach eigenen Angaben diesbezüglich Daten aus rund 20.000 Schwangerschaften gesammelt und dokumentiert. Reprotox habe allein im vergangenen Jahr rund 4.700 Ärzte, Hebammen, Patientinnen und Apotheken über mögliche fruchtschädigende Nebenwirkungen von Medikamenten beraten; täglich gingen im Schnitt 19 Anfragen aus dem In- und Ausland ein. Mit ihrem finanziellen Engagement unterstützt die Diözese schwangere Frauen, die nach Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft in Sorge um die Gesundheit ihres Kindes und unsicher sind, ob sie das Kind austragen sollen.

Der Diözesanrat von Rottenburg-Stuttgart hatte dem Institut zum Start in Ravensburg eine Förderung für fünf Jahre mit insgesamt 360.000 Euro gewährt, der Caritasverband der Diözese steuerte 435.000 Euro bei. Bundesweit gibt es nur in Berlin ein weiteres Institut dieser Art, den „Giftnotruf“.

Nach Erkenntnis von Paulus nimmt mindestens jede fünfte Frau im ersten Drittel der Schwangerschaft Medikamente. Oft wüssten die Frauen in dieser Phase noch nicht, dass sie schwanger sind. Folge der Angst um den möglicherweise durch Chemikalien geschädigten Embryo sind laut dem Gynäkologen Abtreibungen. Beratung könne diesen Schritt oft verhindern. Medikamente wie Kumarin- oder Vitamin-A-Derivate sind Medizinern als fruchtschädigend bekannt, andere stehen unter diesem Verdacht.

Hinweis: Das Ravensburger Reprotox-Institut präsentiert sich im Internet unter www.reprotox.de; die Veronika-Stiftung unter www.veronika-stiftung.de.