Mehr Wertschätzung für ein Leben mit Kindern

„Seien Sie aufmerksam für das, was die Kinder beschäftigt und womit sie sich beschäftigen“, sagte Bischof Fürst. „Lassen Sie den Kindern den großen Raum zu spielen, aber achten Sie darauf, womit und mit welchen Medien sie das tun.“ Die Erzieher/innen sollten „voll Liebe und Zuwendung, voll Geduld und Fürsorge auf die Kinder achten. Die bedingungslose Annahme der Kinder sei eines der zentralen Glaubenszeugnisse, die die Christen der Welt und der Gesellschaft schuldig seien. „Der christliche Glaube ruft hier in ganz besonderer Weise dazu auf, in unserer von Erwachsenen gestalteten und geprägten Welt den Kindern einen entsprechenden Raum und damit einen gelungenen Beginn für ein Leben in Würde zu ermöglichen.“ Kinderfreundlichkeit sei die nachhaltigste und effizienteste Zukunftspolitik. Für die Diözese Rottenburg-Stuttgart habe die Stärkung der Familie deshalb eine zentrale Priorität.

Den Kindergärtnerinnen dankte der Bischof für ihre Arbeit, für die er sich mehr öffentliche Unterstützung und Wertschätzung auch in der Kirche wünsche. Im Kindergarten werde die „diakonische Dimension des Christentums“ verwirklicht. „Hier können Kinder ganz früh, am Beginn ihres Lebensweges, erfahren und glaubwürdig erleben, wie heilsam die Nähe eines Menschen sein kann, der sich uns liebevoll zuwendet“, so der Bischof. Das sei das Größte und Wichtigste, was man den Menschen geben könne. „Hier ereignet sich Christentum in seinem Kern, und darum ist uns diese Dimension auch kostbar und unverzichtbar.“

Deutlich müssten die Kindergärtnerinnen erkennen lassen, dass sie auf christlichem Fundament stünden. „Der Wille, ein kirchlicher Kindergarten zu sein, muss entschieden, konkret und täglich neu realisiert werden.“ Neben der pädagogischen Qualitätssicherung sei auch das religiöse Profil der Einrichtungen weiterzuentwickeln. Die Kindergärten seien Angebote und Einladungen der Kirche. Ein katholischer Kindergarten sei „weit hinein geöffnet in unsere Welt, gerade darum braucht er die Verwurzelung, eine Heimat und ein Zuhause.“ Deshalb seien die Kindergärten in katholischer Trägerschaft eindeutig kirchliche Kindergärten. Bischof Fürst: „Hier wird Zeugnis abgelegt, hier lernen Kinder unseren Glauben, seine Menschenfreundlichkeit und Welthaltigkeit von Anfang an kennen. In dieser tiefen Hinsicht haben Kinder ein Recht auf Religion, daher dürfen wir Kinder nicht um Gott betrügen. Kinder sind unsere Zukunft. Schon im Kindergarten werden Grundsteine fürs Leben gelegt“.

Es gehe in der Erziehung um die fundamentale Rolle des Glaubens bei der Sinnerschließung der Welt und bei der Bildung des eigenen Ich. Es gehe auch um die Erfahrung, in der Welt angenommen und geborgen zu sein. Es gelt ein gut begründetes Grundvertrauen in die Welt und die Mitmenschen zu vermitteln. Die Kinder sollten lernen, „dass jede und jeder einzelne dazu beitragen kann, dass auch der andere uns geschwisterlich anvertraut ist“, so Bischof Fürst. Die Liebe zu erlernen und zu entfalten sei das Wichtigste in unserem Leben und Jesus Christus sei der Weg dazu.