Menschen aller Religionen sollen im Messetrubel aufleben

Im Rahmen der Eröffnung am Freitag betonte er, die Menschen suchten in der Umtriebigkeit des Lebens nach Orientierung und Halt, „nach einem letzten Sinn, in dem sie ihr Leben verankern können“. Die Kirchenräume auf der Messe, ein so genanntes Forum der Kirchen und ein Andachtsraum, könnten als „bewusste Leerstelle“ im Messebetrieb wie eine wertvolle Perle für suchende Menschen sein.

„Wo Menschen sich begegnen, Beziehungen knüpfen, Vereinbarungen treffen, die für sie und andere gewichtige Auswirkungen haben, muss es auch einen Ort der gemeinsamen oder der ganz persönlichen Andacht und des Gebets geben“, darin sei man sich mit der Messegesellschaft einig, sagte der württembergische evangelische Landesbischof Frank Otfried July. Der Andachtsraum unterscheide sich von den anderen Räumen der Messe, der Andachtsraum verweise auf Gott und erinnere die Menschen an ihre Begrenztheit und Bedürftigkeit. „Nicht um uns klein zu machen, sondern um uns an die wahren Maßstäbe zu erinnern und um uns aufatmen und aufleben zu lassen, mitten im geschäftigen Trubel einer Messe.“ Zum Wohl der Menschen wolle Kirche auch in den Diskussionen der Wirtschaft präsent sein.

Beide Bischöfe luden auch Menschen anderer als der christlichen Religionen ein, im Andachtsraum zur Ruhe zu kommen und zu beten. „Bei Christus gibt es kein Ansehen der Person, aber einen Auftrag an uns Christen, nämlich gastfrei zu sein“, sagte Landesbischof July. So könne die Kapelle ein „Ort der gelebten interkonfessioneller und interreligiösen Ökumene werden“, betonte Bischof Fürst.

Neben dem Andachtsraum, der sich auf der Rückseite der großen Treppe im Foyer am Eingang Ost der Neuen Messe befindet, gibt es das Forum Kirche am Fuß der großen Treppe im Foyer am Eingang Ost. Es bietet Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen. Im Forum Kirche stehen kirchliche Mitarbeiter außerdem für Informationen, Beratung und Seelsorge zur Verfügung.