„Menschenfreundliche Arbeitsplätze sind gutes Betriebskapital“

Bischof Fürst unterstrich, ein menschenfreundliches Betriebsklima schließe solidarisches Verhalten der Kollegen untereinander ein. Mobbing dagegen schade nicht nur dem Betrieb, sondern zerstöre menschliche Potenziale bei jenen, die mobben und bei jenen, die gemobbt werden. Der Bischof mahnte die Leitungskräfte in Betrieben zu umsichtiger Führungsarbeit. Sie hätten eine hohe Verantwortung. Das Kapital einer Firma besteht nicht nur aus Produktionsanlagen, Finanzkapital und Produkten, sondern in erster Linie aus den Menschen, die in der Firma arbeiten.
Bischof Fürst erinnerte an das christliche Bild vom Menschen, nach dem alle Menschen Kinder des einen Gottes und damit Brüder und Schwestern sind. „Das gilt auch für alle Kollegen bei Porsche“, sagte der Bischof. Dieses Bild vom Menschen als Ebenbild Gottes könne zu einem verträglichen und solidarischen Miteinander motivieren. So schön dieses Bild sei, so sehr sei es gleichzeitig ein hoher Auftrag. „Dazu wünsche ich den Sportwagenbauern aus Zuffenhausen gutes Gelingen und Gottes Segen“, sagte Bischof Fürst bei seinem Besuch.

Jedes Jahr besucht der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart einen Betrieb in Württemberg. Entstanden ist diese Tradition auf Anregung der Betriebsseelsorge der Diözese. Im vergangenen Jahre besuchte Bischof Fürst die Firma Audi in Neckarsulm. In Stuttgart initiierte der dortige Betriebsseelsorger Guido Lorenz vor 25 Jahren einen „Porsche-Treff“ mit Betriebsräten und Mitarbeitern des Sportwagenkonzerns. Im selben Jahr hatte Lorenz bei der Firma in Zuffenhausen gearbeitet. Beim Porsche-Treff geht es Lorenz zufolge um Themen wie die Folgen der Akkord- und Schichtarbeit sowie der so genannten Über-Kopf-Arbeit, um die Auswirkungen des „Studenten-Pools“ auf reguläre Vollzeitstelle und die generelle Einstellungspraxis im Konzern.