Menschenwürde von Anfang an

Bei einem Vortrag am Dienstagabend in Brüssel vor mehr als 100 Vertretern der EU-Administration und vor EU-Abgeordneten begründete der Bischof seine Forderung mit jüngsten Gerichtsurteilen auf EU-Ebene. Er berief sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Patentierbarkeit menschlicher embryonaler Stammzellen vom 18. Oktober und auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zur Samen- und Eizellspende vom 3. November. So schloss der EuGH aus, menschliche embryonale Stammzellen zu patentieren. Bischof Fürst unterstrich, das Gericht habe ausdrücklich hervorgehoben, dass bereits der befruchteten Eizelle Menschenwürde zukomme.

Bischof Fürst, der in Brüssel beim gemeinsamen Jahresempfang der katholischen und der evangelischen Kirche sprach, kritisierte die aktuelle Forschungsförderung der EU, in deren Rahmen nach wie vor Forschung an embryonalen Stammzellen mitfinanziert werde. Es müssten viel strengere Maßstäbe angelegt werden, mahnte der Bischof, der Vorsitzender der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz ist. Biomedizinische Forschung sei stets der Prüfung zu unterziehen, ob sie dem Leben und dem Menschen diene. Bisherige Versprechen von Wissenschaftlern, embryonale Stammzellforschung berge große Heilungschancen, hätten sich als grundlos erwiesen. Dagegen verspreche die Forschung an so genannten adulten Zellen weit mehr Aussicht auf Erfolge.

Uwe Renz