Menschlich, engagiert, politisch

Bischof Fürst wird den Jubiläumstag unter dem Motto „Menschlich, engagiert, politisch“ am kommenden Sonntag, 21. Juni, mit einem Gottesdienst um 10 Uhr auf dem Rottenburger Marktplatz eröffnen. Dazu und zu weiteren Programmpunkten werden nach Angaben des Verbandes über 1.000 Besucher erwartet. Rund um den Marktplatz wird es unter anderem Infostände, Jugendaktionen, eine Spielstraße und eine „Familienoase“ geben. Nach der Mittagspause ist ein zweistündiges Bühnenprogramm geplant.

Das Kolping werk geht auf den als Gesellenvater bekannt gewordenen Priester
Adolph Kolping zurück, der 1813 in Kerpen geboren wurde. Der gelernte Schuhmacher begründete in Köln 1850 den ersten Gesellenverein, um jungen Handwerkern eine geistige und geistliche Heimat zu schaffen. Eines seiner Leitworte lautete: „Sei als Christ tüchtig in Familie, Beruf, Kirche und Staat“. Aus mehreren Gesellenvereinen entstand ein Verband, der in der Zeit des Nationalsozialismus in Kolpingwerk umbenannt wurde. Kolping wurde 1991 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.


Das Kolpingwerk Deutschland, dem der 1859 gegründete Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart angehört, versteht sich als Verband von engagierten Christen, die auf der Grundlage des Evangeliums und der christlichen Gesellschaftslehre Verantwortung in Arbeitswelt, Politik und Gesellschaft übernehmen wollen. Weltweit sind in dem katholischen Sozialverband rund 450.000 Menschen in 52 Ländern zusammengeschlossen, davon in Deutschland etwa 275.000 in rund 2.800 Kolpingfamilien. Dem Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart gehören nach dessen Angaben rund 14.000 Mitglieder an, die in 150 Kolpingfamilien organisiert sind.
Nach den Worten des Diözesanvorsitzenden Eugen Abler setzt sich das Kolpingwerk heute vorrangig für Chancengerechtigkeit in der Bildung ein, besonders für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Die Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern und der Stabilität in Familien sei ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Das Kolpingwerk macht sich zudem stark für die Gleichwertigkeit von Erwerbs-, Familien- und ehrenamtlicher Arbeit. Mit dem Kolpingwerk in Paraguay pflegt der Rottenburg-Stuttgarter Diözesanverband eine Partnerschaft. So werden Projekte zur Entwicklungs- und Aufbauarbeit vornehmlich im Bildungs- und Ausbildungssektor unterstützt.