„Menschlich herausfordernde Arbeit“

Brot und Rosen überreichte sie ihnen am Dienstag in Stuttgart bei einem Mitarbeiterfest zum 90-jährigen Bestehen des katholischen Wohlfahrtsverbandes in Württemberg.“Das Brot erinnert an die Frage der ausreichenden Existenzsicherung“, sagte sie vor rund 400 Caritas-Mitarbeitern, „die Rosen stehen dafür, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt“.

Stetter-Karp würdigte die Caritasarbeit der vergangenen 90 Jahre. Caritasmitarbeiter hätten in und nach den beiden Weltkriegen Notleidende mit dem Allernötigsten versorgt, sagte sie. Eine andere Generation habe sich als „Pioniere der Migrationsarbeit“ um die so genannten Gastarbeiter gekümmert, später um Asylbewerber und Aussiedler. Die Ordinariatsrätin erinnert an das gesamte Spektrum der diakonischen Arbeit der Caritas, von den vielfältigen Beratungsstellen über die Alten- und Pflegeheime, die Kinder- und Jugendhilfe bis zur Hilfe für obdachlose, für behinderte und an den Rand der Gesellschaft gedrängte Menschen. „Ich danke Ihnen mit Brot und Rosen für Ihr unverzichtbares Mitbauen an einer Zivilisation der Liebe“, rief Stetter-Karp den Feiernden zu.

Der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart entstand am 15. Juli 1918 aus dem damaligen so genannten Caritas-Sekretariat. Erster Direktor war Johannes Straubinger. Seine Arbeit begann mit der Kindererholung sowie der Adoptiv- und Pflegekindervermittlung. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen über 450.000 Flüchtlinge und Heimkehrer nach Württemberg. Die Caritas begann mit Kriegsgefangenen-, Heimkehrer- und Flüchtlingshilfe, Werkstuben und Volksküchen. 1957 startete die Hilfe für ausländische Arbeitnehmer: zunächst für Italiener, später für Spanier, Portugiesen und Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Heute arbeiten im Caritasverband der Diözese rund 28.000 hauptamtliche und 20.000 ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Handlungsfelder der Caritas sind vielfältig. Sie reichen von Kindergärten über die Behindertenhilfe, Krankenhäuser und Sozialstationen bis hin zur Erziehungs-, zur Suchtberatung und zur Jugendhilfe.