Menschliche Solidarität als Hoffnungszeichen

Bischof Gebhard Fürst dankte allen, die sich weltweit für Menschen in Armut und Not eingesetzt haben. „Sie erzählen vom christlichen Glauben durch ihr helfendes Tun“, sagte der Bischof. Besonders dankte er den Helfern bei der Flutkatastrophe an den Küsten des Indischen Ozeans und hob die weltweite Hilfsbereitschaft hervor: „Die überwältigende Solidarität habe ich für uns alle als Hoffnungszeichen erfahren.“ Ausdrücklich dankte der Bischof allen, die für die Katastrophengebiete gespendet haben. Die sich für Notleidende einsetzen, kämpften nicht allein gegen den materiellen Mangel, so der Bischof, sondern auch gegen „den Mangel an Bildung, an seelischer Stärkung, an Gerechtigkeit und friedlichem Zusammenleben, gegen den Mangel an Evangelium, an froh machender Botschaft“. Sie zeigten, „was die Botschaft vom Mensch gewordenen Gottessohn für das Leben der Welt bedeutet.“ Sie seien missionarische Kirche.

Als besonderes Ereignis in der Diözese Rottenburg-Stuttgart hob Bischof Gebhard Fürst die Kirchengemeinderatswahlen im Herbst hervor, bei denen die Wahlbeteiligung wieder außerordentlich hoch war. Noch nie habe es in der Diözese so viele im Ehrenamt Engagierte gegeben wie in den letzten Jahrzehnten. Auch weiterhin werde der Bischof das Engagement der Laien fördern und sie zur Mitwirkung und Mitverantwortung einladen, wo immer es gehe. „Unsere Kirche braucht ihr Mitwirken, liebe Schwestern und Brüder!“ rief er den Gottesdienstbesuchern in der Basilika in Weingarten zu. Als große Freude für die Diözese und sich selbst bezeichnete der Bischof die Weihe von neun Priestern und elf Diakonen, sowie neun Pastoralreferenten und sechs Gemeindereferenten. Er sagte zu, dass in der Diözese auch weiterhin im bisherigen Umfang Bewerber für kirchliche Berufe eingestellt würden.

Bischof Fürst ging auch auf die Situation im Kloster Weingarten ein. Das Konvikt der Benediktiner habe schwere Zeiten durchlebt, so der Bischof. „Ich werde mein Möglichstes tun, um für die Stärkung der Benediktiner in Kloster Weingarten zu wirken“, versprach der Bischof. „An meinem Einsatz als Bischof soll es nicht fehlen, dass vom Martinsberg als einem religiösen und kulturellen Kraftzentrum lebendige Impulse für ganz Oberschwaben ausgehen.“ Fürst kündigte an, dass die nächste Verleihung der Martinusmedaille in Weingarten stattfinden werde. Der Heilige Martin, der Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart, erinnere daran, dass die Kirche eine helfende und heilende, eine diakonische Kirche sei. Die sozial-karitativen Einrichtungen stünden heute jedoch aus ganz unterschiedlichen Gründen unter starkem Druck. Bischof Fürst sagte, es gehe ihm um „den Erhalt von menschenwürdiger Pflege auch in Zukunft, um den christlichen Umgang mit behinderten, alten und sterbenden Menschen, mit den Schwächsten in unserer Gesellschaft.“ „Zu retten, was verloren ist“, mit dieser Sendung zu den Armen sollten die Christen ins neue Jahr gehen. Bischof Gebhard Fürst: „Verkünden wir die frohe Botschaft und lassen wir unsere Mitmenschen spüren, was wir sagen.“