„Menschliches Erbgut ist kein Spielzeug“

Medienberichten zufolge soll dieses Gesetz der Forschung mit embryonalen Stammzellen dadurch weitere Möglichkeiten eröffnen, dass in tierische Eizellen menschliches Erbgut eingepflanzt werden darf. Ebenso erlaubt das Gesetz durch In-Vitro-Fertilisation erzeugte Kinder, die erkrankten Geschwistern genetisch so ähnlich sind, dass sie diesen durch Übertragung von genetischem Material helfen können.

„Menschliches Erbgut ist kein Spielzeug für genetische Experimente, und Kinder sind kein eigens dafür bestimmtes Ersatzteilarsenal für andere Menschen, auch wenn es sich dabei um Geschwister handelt“, sagte Bischof Fürst. Eine Haltung schrankenloser Vernutzung und Verzweckung von Menschen treibe mit dem Anspruch ungedeckter Heilungsversprechen erschreckende Blüten, betonte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der auch Vorsitzender der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz ist. Jede Achtung vor der unveräußerbaren Würde des Menschen, auch des embryonalen Menschen, werde hier dem Machbarkeitswahn geopfert. Die jetzt in Großbritannien erlaubten Methoden würden, so Bischof Fürst, auch von zahlreichen seriösen Naturwissenschaftlern sehr skeptisch beurteilt. Er hoffe, dass das britische Oberhaus sich dem Gesetz verweigere und dass in anderen europäischen Staaten, auch in Deutschland, die Stimmen derer stärker gehört würden, die sich anwaltschaftlich für die Menschenwürde einsetzten, sagte der Bischof.