„Mission ist keine Einbahnstraße!“

Prälat Klaus Krämer folgt auf Pater Hermann Schalück ofm, der am 8. Mai 2008 nach zehneinhalb Jahren als Präsident in Aachen verabschiedet wurde. Krämer kündigte an, missio werde als internationales Missionswerk ein modernes, den Menschen zugewandtes Gesicht zeigen und sich für den Dialog mit den Religionen einsetzen. „Unsere Partner in Afrika und Asien können uns wertvolle Impulse für die Entwicklungen in den deutschen Bistümern und Gemeinden geben. Mission ist keine Einbahnstraße. Wir können viel voneinander lernen,“ sagte Krämer in einer ersten Stellungnahme.

Klaus Krämer wird ein weltkirchliches Werk führen, das mit Hilfe von Spenden- und Kirchensteuermitteln jährlich 3000 Projekte in Afrika, Asien und Ozeanien fördert. In den vergangenen Jahren flossen je über 50 Millionen Euro in ca. 100 Partnerländer. Schwerpunkt der missio-Projekte ist die Ausbildung von einheimischen kirchlichen Mitarbeitern, Ordenleuten und Priestern. „Diese Männer und Frauen setzen sich in ihren Ländern für Religionsfreiheit, für friedliche und gerechte Gesellschaften, für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen ein. Vielfach sind unsere kirchlichen Partner in der Zivilgesellschaft die Einzigen, die Ungerechtigkeit und Leid anprangern und Hilfe organisieren. Unsere Aufmerksamkeit gilt besonders den Armen!“, so Krämer.

„Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit mit dem neuen missio-Präsidenten Klaus Krämer“, heißen Gregor von Fürstenberg, Vizepräsident von missio in Aachen, und der Präsident von missio in München, Pater Eric Englert (OSA), den künftigen Präsidenten im Namen der missio-Belegschaft willkommen. „Gemeinsam werden wir die weltkirchliche Arbeit in Deutschland weiterentwickeln. Klaus Krämer erwartet ein professionell aufgestelltes Werk, das mit Fachkenntnis und Leidenschaft den Aufbau kirchlicher Infrastrukturen in den Partnerländern vorantreibt,“ so von Fürstenberg und Pater Englert.

Klaus Krämer blickt auf eine bewegte Laufbahn im Dienste des Bistums Rottenburg-Stuttgart zurück. 1994 holte ihn der damalige Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Walter Kasper, als Bischöflichen Sekretär nach Rottenburg. Es folgten Promotion zum Doktor der Theologie und eine Tätigkeit als Hochschulpfarrer an der Katholischen Fachhochschule Freiburg. Im April 1999 wurde Krämer zum Domkapitular ernannt und zum Leiter der Hauptabteilung Weltkirche berufen. Im Juni 2003 wurde Klaus Krämer von Papst Johannes Paul II. zum Monsignore ernannt. Im Oktober 2004 kam zusätzlich zu den weltkirchlichen Aufgaben die Berufung zum Bischofsvikar für die Ausbildung der pastoralen Berufe in der Diözese Rottenburg-Stuttgart hinzu. Im März 2005 wurde er zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt. Seit 2006 arbeitet Krämer in dem Projekt „Zukunft der weltkirchlichen Arbeit in Deutschland“ mit; im September 2006 wurde er von der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz als Berater in die Unterkommission für Missionsfragen berufen. Seit 2007 ist er Sprecher der Konferenz der Diözesanverantwortlichen für weltkirchliche Aufgaben. Jetzt folgte die Berufung zum Präsidenten von missio in Aachen.