Mit Judentum wie mit keiner anderen Religion verbunden

Das Gespräch zwischen ihnen biete dafür eine gute Basis, betonte der Bischof am Sonntag in Stuttgart bei der Übergabe des Eugen-Bolz-Preises an die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch. Das Verhältnis zwischen den beiden Religionen ist nach Überzeugung von Bischof Fürst heute vertrauensvoll und belastbar.

Mit keiner anderen Religion habe der christliche Glaube so viel gemeinsam wie mit dem Judentum, unterstrich der Bischof. Das Christentum sei undenkbar ohne die Herkunft aus dem Volk Israel. Seine Wertschätzung drückte Bischof Fürst ausdrücklich gegenüber dem reichen geistigen und geistlichen Erbe des jüdischen Volkes aus. „Unsere Gesellschaft würde sich von wesentlichen Dimensionen abschneiden, wenn sie leichtfertig auf dieses Erbe verzichtete“, so der Bischof. Die Juden seien „unsere älteren Geschwister. Wir können nicht vergessen, was ihnen auch von Christen angetan worden ist“. Das Gespräch zwischen Juden und Christen solle Bereitschaft zur Aussöhnung schaffen. Der überzeugte Christ und konsequente NS-Gegner Eugen Bolz könne dabei zum anregenden Maßstab und zur belebenden Inspiration für Gegenwart und Zukunft werden, sagte Bischof Fürst.

Der Eugen-Bolz-Preis wird seit 1997 von der Stadt Rottenburg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart gemeinsam alle zwei bis drei Jahre vergeben; er ist mit 5.000 Euro dotiert.