Mit purer Blumenpracht

Morgen Abend (20 Uhr) feiert Weihbischof Johannes Kreidler am Vorabend des hohen katholischen Festes am Wallfahrtsort Ave Maria Deggingen bei Göppingen mit einer Lichterprozession die leibliche Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel. Traditionell gehören zum Fest Feiern und Prozessionen mit purer Blumenpracht und Kräutersegnungen. Grund: Die Gottesgebärerin wurde schon in frühen Kirchentexten „Blume des Feldes“ genannt oder mit der Makellosigkeit von Rosen oder Lilien verglichen; ihrem Grab soll Kräuterduft entstiegen sein.

1950 erhob Papst Pius XII. die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zum Dogma der römisch-katholischen Kirche, umgangssprachlich etwas missverständlich Mariä Himmelfahrt. Denn nur mit Bezug auf Christus sprechen die Theologen von „Himmelfahrt“ (lateinisch: ascenio); bei Maria muss es korrekt „Aufnahme“ heißen (lateinisch: assumptio). Das Fest, das in den orthodoxen Kirchen eine ganz besonders starke Tradition hat, heißt dort Dormitio Mariae, also Entschlafung Mariens.

In Österreich ist Mariä Himmelfahrt gesetzlicher Feiertag wie in mehreren überwiegend katholischen Ländern Europas. In Deutschland ist das Fest teilweise geschützt in Bayern und im Saarland. In Italien gilt Mariä Himmelfahrt als kirchliches Sommerfest schlechthin: „Ferragosto“ am 15. August ist Inbegriff für italienische Urlaubszeit.

Hinweis: Zur Wallfahrt in Deggingen http://www.deggingen.de/700.0.html

Uwe Renz