„Mit Worten unterwegs zum Kinderland“

Dieser hatte Medienberichten zufolge am Wochenende angekündigt, bis zum Jahr 2013 für 34 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Baden-Württemberg einen Krippenplatz bzw. die Betreuung durch eine Tagesmutter anbieten zu wollen und längerfristig eine Quote von 40 bis 50 Prozent anzustreben. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstütze diesen Ausbau, so Stetter-Karp weiter. Sie unterstreiche allerdings völlig die Einschränkung des Regierungschefs, dass Baden-Württemberg in Sachen Kleinkinderbetreuung „nicht schon das gelobte Land“ sei. Denn trotz der „vollmundigen Positionierung“, entziehe sich das Land seit Monaten Anfragen von Kirchen und Kommunen nach Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Betreuung der unter Dreijährigen, sagte die Ordinariatsrätin. Die unklaren Verhältnisse machten den Einstieg bzw. die Erweiterung von Plätzen für die Kleinkinder für die Träger zu einem unkalkulierbaren Risiko.

Mit der Veröffentlichung des „Rottenburger Kindergartenplans“ im Jahr 2008 habe sich die Diözese deutlich für eine qualifizierte Weiterentwicklung der katholischen Kindergärten ausgesprochen und dafür verbindliche Rahmenrichtlinien erlassen, so Stetter-Karp. Sie belasse es auch nicht bei Forderungen, vielmehr habe sich der Anteil der Kinder unter drei Jahren in den katholischen Einrichtungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart in den Jahren 2006 bis 2008 von 945 auf 2.088 Kinder gesteigert. Insgesamt betrage der finanzielle Aufwand der katholischen Kirchengemeinden der Diözese für ihre Kindergärten jährlich rund 18 Millionen Euro, also 15 Prozent der Kirchensteuerzuweisungen. Die quantitative Ausweitung des Angebots müsse aber auch durch eine Qualitätsentwicklung begleitet werden, die dem Bedürfnis kleiner Kinder gerecht werde. „Kleinkindbetreuung muss hochwertig und qualifiziert sein“, betonte Irme Stetter-Karp. Pädagogisch angemessen sei es, dass auf jede pädagogische Kraft vier Kinder kämen.

Zahlreiche katholische Kindergärten der Diözese Rottenburg-Stuttgart seien bereit, sich noch stärker in der Betreuung der unter Dreijährigen zu engagieren, betonte Frau Stetter-Karp. Allerdings seien dafür zusätzliche finanzielle Hilfen sowie eindeutige und verbindliche Zusagen des Landes Baden-Württemberg notwendig. „Nach der Ankündigung des Ministerpräsidenten zum zahlenmäßigen Ausbau müssen jetzt dringend verbindliche Aussagen zur Umsetzung erfolgen, und zwar sowohl zur Qualität als auch zur Finanzierung“, forderte Irme Stetter-Karp.