„Mobil für den Arbeitsschutz“

Ja, selbst gebrechliche Kleriker stolpern folgenträchtig an Altarstufen, ohne dass ihnen ein Handlauf Sicherheit bieten könnte. Laut Schätzungen verunglücken jedes Jahr statistisch mehr als fünf von 1.000 kirchlichen Mitarbeitern schwer – nach Auffassung von Arbeitsschützern viel zu viel. Mehr Gefahrenbewusstsein fordern sie. Ein jetzt in Dresden auf der 2. Arbeitsschutz-Tagung der Deutschen Bischofskonferenz auf den Weg durch Deutschland gebrachtes Info-Mobil hilft dabei. Motto: Katholische Kirche – mobil für den Arbeitsschutz. Auch nach Rottenburg-Stuttgart kommt der Info-Bus; Premiere hat er im April 2012 beim Mesnertag.

Im und vor dem akribisch ausgetüftelten Transporterbus kann sich der interessierte Kirchenmitarbeiter schlau machen anhand von elf Modulen, von „Erste Hilfe“ und „Multitasking“ über „Fahrsicherheit mit Fahrrädern“ bis „Motorsäge“ und „Bürodrehstuhl“. Finanziert wurde das Mobil-Projekt von den deutschen Diözesen und von Berufsgenossenschaften. Der Kirchenrestaurator und Sachverständige für Holz- und Bautenschutz Thomas Stützer aus Heiligenstadt im Eichsfeld besorgte den Innenausbau; das Fahrzeug fasst eine Menge Objekte, etwa eine vorbildliche Treppe mit Handlauf oder eine Puppe mit korrektem Outfit für Motorsägen schwingende Hausmeister, eine Sackkarre mit treppengerechten Laufrädern oder zwei Fahrräder samt Parcours-Pylonen.

Eindringlich mahnten die 160 Experten aus ganz Deutschland auf der wesentlich von der diözesanen Stuttgarter Arbeitsschützerin Roswitha Milla vorbereiteten Tagung zu mehr Wachsamkeit. Die Herausforderungen auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit würden immer größer. „Viele kirchliche Dienstvorgesetzte wissen gar nicht, dass sie wegen vernachlässigtem Arbeitsschutz halb im Gefängnis sitzen“, hieß es. – Das Info-Mobil kann in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gebucht werden über Winfried Glökler, Telefon (07472) 169-302, wgloekler@bo.drs.de.

Dr. Thomas Broch