„Modell mit gelungenem Eigensinn“

Das von der Stadt Tuttlingen, von Unternehmen und von den Sozialverbänden der Kirchen realisierte Projekt sei zukunftsweisend und nachahmenswertes, sagte Stetter-Karp am Montag in Gegenwart von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bei der Einweihung des „Hauses der Familie“. Das bundesweit einzigartige Kooperationsprojekt sei ein Schritt in die richtige Richtung zur Förderung der Familien, so die für die Caritasarbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zuständige Ordinariatsrätin.

Stetter-Karp kritisierte bei der Einweihung des Hauses die Familienpolitik des Bundes und des Landes Baden-Württemberg. Eine jahrelange Steuerungsschwäche in der Infrastruktur, Bildungs- und Steuerpolitik habe Familien in Deutschland geschwächt. Auch das sich als Kinderland bezeichnende Land Baden-Württemberg zögere trotz vollmundiger Erklärungen, die Rahmenbedingungen für den Qualitätsumbau in den Kindertagesstätten im Landeshaushalt abzusichern. „Stattdessen wird in einem Flickerlteppich jährlich die Landesstiftung für die Sprachförderung herangezogen“, unterstrich die Ordinariatsrätin. Das Tuttlinger Mehrgenerationenhaus zeige, „dass sich bei allen Spannungen, Wertedifferenzen und unterschiedlichen Zielperspektiven“ in der Familienpolitik sich die Kräfte bündeln ließen.

Das „Haus der Familie“ umfasst unter zwei Dächern eine Kindertagesstätte und ein ökumenisch betriebenes „Caritas-Diakonie-Centrum“ mit Anlaufstelle für Ehrenamtliche, Beratungsstellen für alle Generationen und einem Angebot mit „Projekten von der Jugend- bis zur Seniorenarbeit“, wie es heißt.

Hinweis: Näheres zum Tuttlinger „Haus der Familie“ im Internet unter www.mehrgenerationenhaeuser.de; unter „Häuser in Ihrer Nähe“ den Begriff „Tuttlingen“ eingeben.