Moderner Ausbildungsort für soziale Berufe

Bischof Gebhard Fürst hat das 4.000 Quadratmeter große Haus für derzeit rund 400 Schüler in 15 Klassen am Freitag in Stuttgart-Degerloch eingeweiht. Irme Stetter-Karp, Leiterin der Hauptabteilung Caritas im Bischöflichen Ordinariat, bezeichnete das Institut zur Eröffnung als Raum umfassender christlicher Bildung.

Das von acht Gesellschaftern in einer gemeinnützigen GmbH getragene Institut an der Schöttlestraße bildet Fachkräfte im Erziehungswesen, in Heilpädagogik, Heilerziehung sowie in der Altenpflege aus. Nach mehreren Umzügen innerhalb der Landeshauptstadt beherbergt es nun auch den „Campus Stuttgart" der Katholischen Hochschule Freiburg mit rund 25 Studierenden. Das Institut ist präsent an weiteren vier Standorten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart: in Filderstadt, Neckarsulm, Rottweil und Spaichingen. Insgesamt werden an allen fünf Standorten knapp 1.100 Auszubildende unterrichtet.

Ordinariatsrätin Stetter-Karp hob hervor, Bildung für einen sozialen Beruf umfasse notwendigerweise deutlich mehr als die Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen. Wesentlich gehe es um ganzheitliche Bildung und die Stärkung der Auszubildenden auf ihrem Weg als mündige, selbstbewusste Persönlichkeiten. Mit Blick auf den Fachkräftemangel und gleichzeitig extrem hohe Anforderungen in diesem Sektor brauchen Einrichtungen Stetter-Karp zufolge attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen. „Die Verweildauer in der Pflege mit einem Durchschnitt von sechs Jahren bundesweit spricht für sich." Das Institut für soziale Berufe leiste einen wichtigen Beitrag zum Ziel der Diözese, qualifizierte Ausbildung und Beschäftigung zu erreichen. Stetter-Karp bezeichnete das Institut als „Wetterstation für den Stellenwert sozialer Berufe in dieser Gesellschaft heute und morgen".

Bischof Fürst enthüllte während Einweihung und Segnung des Hauses eine Stele zu Ehren von Dr. Hildegard Burjan (1883-1933). Das Haus in Degerloch trägt ihren Namen. Burjans Seligsprechungsverfahren steht kurz vor dem Abschluss. Sie machte sich für Frauenrechte und Sozialarbeit stark, unter anderem auch für den Zugang von Frauen zu beruflicher Bildung. Die Schüler an der Schöttlestraße mögen im Hildegard-Burjan-Haus in einem „guten und beschwingten Miteinander" zusammen leben und lernen, sagte der Bischof bei der Enthüllung der Stele.

Hinweis: www.schulenfuersozialeberufe.de

Uwe Renz