Musikalische Kostbarkeiten vom Rottenburger Dom

Er schließt damit zugleich eine Lücke in der Reihe entsprechender Dokumentationen zu den Bischofskirchen in Deutschland.

Die Einspielungen beginnen mit einer von dem zeitgenössischen Komponisten Siegfried Strohbach (geb. 1929) komponierten Melodie, die als Glockenspiel fast stündlich nach jedem vollen Glockenschlag vom Domturm erklingt. Nach einer Einzelpräsentation der elf Glocken folgen verschiedene Geläutkombinationen: die Zimbeln, das Barockgeläut von 1649, die Geläute zum Pontifikalrequiem und zum Pontifikalamt und schließlich über fast zehn Minuten hinweg das eindrucksvolle „Plenum“, der Zusammenklang aller Glocken.

Reizvoll sind die begleitenden Einspielungen von Domorganist Ruben J. Sturm an den beiden Orgeln der Rottenburger Bischofskirche. In fünf so genannten „Carillons“ ahmt er das Läuten der Glocken nach oder greift Glockenmotive auf und verarbeitet sie thematisch. Dabei bringt er barocke Vertreter dieser traditionsreichen Kompositionsart zu Gehör, aber auch Komponisten der Spätromantik und des 20. Jahrhunderts sowie eine eigene Komposition.

In einem beigelegten Booklet informiert Harald Kiebler über die wechselvolle Geschichte des Rottenburger Domgeläuts, das nach dem großen Stadtbrand von 1644 neu geschaffen und 2008 umfassend restauriert wurde. Neu gegossen und dem Geläut hinzugefügt wurden 2008 eine dem Bekennerbischof Joannes Baptista Sproll gewidmete Martinusglocke und eine Marienglocke.

Glocken und Orgeln des Rottenburger Doms (CD)
Herausgeber und Rechte: Dompfarrer Harald Kiebler
An der Domorgel: Domorganist Professor Ruben J. Sturm
Aufnahmedatum: 4. Oktober 2010
Tonaufnahmen: Stephan Boehme, www.boehmedemarco.com
Photograph des Rottenburger Doms: Joachim Feist
Gestaltung und Glockenphotographie: Stephan Boehme
Glockenspiel-Melodie: Siegfried Strohbach
© 2010 Rottenburg

Preis: 12 €, Erhältlich im Dompfarramt St. Martin, Marktplatz 3, 72108 Rottenburg, Tel.: 07472 937860, E-Mail: pfarramt(at)dom-st-martin.de

Dr. Thomas Broch