Mut zum Leben aus Bildern zum Tod

Angesichts der Bilder hoffe er als Christ, sagte der Bischof der evangelischen Landeskirche in Württemberg, auf die Auferstehung in eine neue Schöpfung hinein. July wörtlich: "Wie wir dort sein werden, darüber schweigt die Bibel. Nur so viel: Wir werden Gott sehen, so wie er ist, und Gott wird abwischen alle Tränen von unseren Augen".

Seit 1. November waren im Haus der katholischen Kirche große Schwarzweiß-Bilder von sterbenden und verstorbenen Menschen sowie Texte dazu zu sehen, organisiert von den Bereichen Erwachsenenbildung der katholischen, der evangelischen und der evangelisch-methodistischen Kirche in Baden-Württemberg. Walter Schels hatte ein Jahr lang Fotos von sterbenden Menschen und nach deren letztem Atemzug gemacht. Die Journalistin Beate Lakotta dokumentierte Gespräche mit den Sterbenden.

Die Organisatoren boten im Rahmen der 50-tägigen Ausstellung ein Begleitprogramm mit wissenschaftlichen, kulturellen und spirituellen Veranstaltungen an. Die Landesstiftung Baden-Württemberg unterstützte es im Rahmen ihres Programms „Neue Brücken bauen …. zwischen Generationen, Kulturen und Institutionen“. Die Ausstellung insgesamt wurde getragen von der „Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg“ (Kilag). In ihr zusammengeschlossen sind die Institutionen für Erwachsenenbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der
Evangelischen Landeskirche in Württemberg, der Erzdiözese Freiburg, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Zum Ende der Ausstellung betonte der Kilag-Vorsitzende Dr. Lothar Elsner, vor den Fotos und Texten hätten sich insgesamt rund 10.000 Besucher mit Sterben und Tod befasst und „viele von ihnen dadurch neuen Mut zum noch mal Leben bekommen“. Christen verschiedener Konfessionen, Mitarbeitende von Hospizgruppen, Bestattungsunternehmen und auch einige Muslime hätten ihre Kompetenzen eingebracht.

150 Ehrenamtliche engagierten sich, unter anderem als Führungspersonen und als Seelsorger. 4.000 Besucher, darunter über 100 Schulklassen, hätten sich durch die Ausstellung führen lassen, so Elsner. „Das war manchmal sehr aufwühlend und mit Tränen verbunden.“ Viele Jugendliche entdeckten es laut dem Kilag-Vorsitzenden als wichtigen Gewinn für sich, „bewusster mit den Grenzen des Lebens
umzugehen und dadurch zu erkennen, was wichtig ist“. An den rund 20 Veranstaltungen des Bildungsprogramms nahmen Elsner zufolge etwa 2.000 Menschen teil.

Uwe Renz