Mutig den Blick weiten

Rottenburg/Stuttgart. 3. Oktober 2014. Bischof Gebhard Fürst hat die Gemeinden seiner Diözese zu mutigen Neuaufbrüchen und zu einem wachen Blick auf ihr Lebensumfeld ermuntert. Bei einem Gemeindeforum in Stuttgart für haupt- und ehrenamtlich in der Kirche Engagierte kündigte er am Freitag einen Erneuerungsprozess „Kirche am Ort“ an. Auftakt dazu sei die Wahl der Kirchengemeinderäte im März 2015 unter dem Leitwort „Kirche verändert sich“. Es gehe darum, dass Gemeinden noch schärfer ihr Lebensumfeld erkennen und danach als dialogische, diakonische und missionarische Kirche handeln. „Ich möchte Ihnen Rückenwind geben für Ihr Wirken am Ort“, sagte der Bischof den 150 Tagungsgästen.

Mit Blick auf den Zusammenschluss von Kirchengemeinden zu Seelsorgeeinheiten betonte der Bischof deren Chancen. „Wenn der Radius größer wird, dann rücken diejenigen in den Blick, für die wir eigentlich da sind, die Menschen auf dem Territorium von Kirchengemeinde und Seelsorgeeinheit.“ Dazu gehörten kirchlich eher Distanzierte und solche, „die nur gelegentlich vorbeischauen“ ebenso wie jene, die Kirche aktiv mit gestalten. Nötig sei ein Blickwechsel, betonte Bischof Fürst: „Wir lernen als Kirche von allen Menschen, so unterschiedlich sie sind und so kirchendistanziert sie sich geben.“ Menschen, die sich von der Kirche verabschiedet haben, sollten nicht beklagt werden. „Vielmehr sollten wir uns fragen, was wir verändern können, damit sie uns als hilfreich erleben.“

Im kommenden Jahr sind alle hauptberuflichen Seelsorgerinnen und Seelsorger zur Teilnahme an Schulungen mit dem Titel „Wandlung“ verpflichtet. Erwartet werden an verschiedenen Orten in der Diözese rund 1.500 Personen bei 25 Veranstaltungen.