„Nach Ressourcen Sterbender fragen“

Klinikseelsorger sollten in erster Linie nach Ressourcen, weniger nach Defiziten des sterben-den Patienten fragen, sagte der Münchner Palliativexperte und Klinikseelsorger Thomas Ha-gen. Als Beispiele möglicher Ressourcen nannte er aus früheren Verlusterfahrungen gewon-nene Kompetenzen, Familie und Freunde sowie in spiritueller Hinsicht Potenziale an Sinn, Werten und Glauben. Eine solche Begleitung erfordere, dass das seelsorgliche Personal im Team mit anderen Fachdiensten in der Klinik die Situation des Kranken wahrnehme, bei Ent-scheidungen helfe, Sinnzusammenhänge deute und Rituale ermögliche.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart arbeiten 115 Seelsorgerinnen und Seelsorger auf 44 Personalstellen in rund 230 Kliniken. Sie begleiten jährlich im Schnitt 60.000 Patienten und deren Angehörige.