Namenstagsfeier der Martins und Martinas in Rottenburg

Der heilige Martinus, der um 316/317 im ungarischen Szombately geboren wurde und später als römischer Offizier diente, wurde 372 zum Bischof des Bistums Tours geweiht. Er ist der Namenspatron der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Rottenburger Bischofskirche. Politischer Mittler zwischen dem römischen Reich und dem Frankenreich und Gründer zahlreicher Klöster in Europa, davon in Ligugé das erste Kloster des Abendlands, gilt Martin von Tours als europäischer Heiliger. Als asketischer Mönch verkörperte er das spätantike Ideal eines Priesters und Bischofs und erfuhr bereits zu Lebzeiten hohe Wertschätzung. Bis heute ist Martin von Tours in ganz Europa ein bekannter und von vielen verehrter Heiliger. Dazu trägt auch die weit über den kirchlichen Raum hinaus bekannte Legende bei, der zufolge Martinus vor den Toren von Amiens seinen Soldatenmantel mit einem frierenden Bettler geteilt hat, in dessen Gestalt ihm in der darauf folgenden Nacht Christus begegnet ist. Als eine „Leitfigur einer diakonischen Kirche und einer diakonischen Pastoral“ bezeichnet darum auch Bischof Gebhard Fürst den Namenspatron seiner Diözese immer wieder.

Bei der abendlichen Begegnung in der Rottenburger Festhalle wird auch das Konzept eines Martinus-Wegs durch die Diözese Rottenburg vorgestellt, das eine Initiativgruppe im Rottenburger Musischen Internat Martinihaus unter Mitwirkung von Fachleuten der Kunstgeschichte entwickelt hat. Er wird künftig Teil eines im Jahr 2005 im Rahmen des Kulturwege-Programms des Europarats ausgerufenen Martinus-Wegs vom ungarischen Szombately über Slowenien, Tschechien und Süddeutschland bis zum französischen Tours. Von Kaufbeuren kommend, wird der Martinus-Weg in Tannheim bei Biberach in die Diözese Rottenburg-Stuttgart eintreten und in Schwaigern im Kreis Heilbronn das schwäbische Bistum Richtung Worms wieder verlassen. Stationen in der Diözese sind u. a. Biberach an der Riß, Zwiefalten, Rottenburg, Herrenberg, Sindelfingen, Stuttgart und Kornwestheim.

Auch Gäste aus Ungarn werden das Martinusfest in Rottenburg mitfeiern: Janós Scheuermann, Pfarrer im Martinus-Geburtsort Szombately, und Prälat Jószef Horvath, Akademiedirektor in der Diözese Szombately und Initiator des Martinus-Wegs von Szombately in Richtung Tours. Im Rahmen eines mehrtätigen Besuchsprogramms feiern sie als Konzelebranten den Festgottesdienst am Mittwochabend im Rottenburger Dom mit. Vormittags werden sie im Rathaus von Oberbürgermeister Stefan Neher empfangen.

Anlage: Besuchsprogramm von Pfarrer Janós Scheuermann und Prälat Jószef Horvath

Terminplan zum Besuch

von Pfarrer János Scheuermann
und Prälat József Horvath, Akademiedirektor

Dienstag, 10 November 2009

17 Uhr Ankunft Stiftungsdirektor Josef Albrecht, Architekt Emil Eder (ständiger Begleiter)


Mittwoch, 11. November 2009

09 Uhr Stadt- und Domführung

10 Uhr Dom mit Dompfarrer Msgr. Harald Kiebler

11 Uhr Empfang bei Oberbürgemeister Stefan Neher mit Stiftungsdirektor Josef Albrecht, Domkapitular Prälat Rudolf Hagmann, Dompfarrer Msgr. Harald Kiebler

16 Uhr Kloster Weggental

18 Uhr Messe im Dom;

anschließend Einladung des Bischofs in die Festhalle


Donnerstag, 12 November 2009

09 Uhr Bebenhausen Tübingen

16 Uhr Diözesanmuseum mit Diözesankonservator Wolfgang Urban


Freitag, 13. November 2009

10 Uhr Stuttgart-Hohenheim:
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

14 Uhr Domkirche St. Eberhard und Haus der Katholischen
Kirche in Stuttgart

18 Uhr Festgottesdienst zum Stiftungsfest im Martinihaus
Rottenburg
Konzelebration mit Pfr. Scheuermann und Pralät Horvath

19 Uhr „Leben und Wirken des hl. Martin von Tours“ (Festvortrag)
mit Diözesankonservator Wolfgang Urban