Netzwelten sind Menschenwelten

Es sei „eine Pflicht der Christen“ Kommunikationskultur zu fördern und das Internet zu formen. Dies sagte Bischof Gebhard Fürst am Freitag bei der Tagung „Kirche im Web 2.0“ in Stuttgart. Der badische evangelische Landesbischof und Medienbischof der EKD, Ulrich Fischer, erinnerte an den Auftrag der Kirche, das Evangelium zu verkünden: „Dies erfolgte von Anfang an mittels Medien der jeweiligen Zeit, angefangen von den Briefen des Apostels Paulus“.

Wichtig sei dabei stets, Standards einzuhalten, damit die Art der Kommunikation nicht dem Inhalt des Evangeliums widerspräche. Aus diesem Grund gehöre heute zur Medienbildung selbstverständlich eine Medienethik, ergänzte Bischof Fürst, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. „Christliche Medienethik ist Dienst am Menschen. Als Kirche interessieren wir uns für die Qualität, die Menschendienlichkeit der Medienkommunikation“. Hier müssten Kirche, Politik und Wirtschaft ihre Verantwortung zielführend wahrnehmen, so Fürst.

Beide Bischöfe, die erstmals gemeinsam zum Thema Medien auf einem Podium saßen, waren sich darüber einig, dass „Netzwelten Menschenwelten sind“. „Diese Lebenswelten wollen wir als Kirche mit unserer Botschaft vom Leben und unserer Sprache des Evangeliums erreichen und begleiten“, sagte Gebhard Fürst. Landesbischof Ulrich Fischer erläuterte in diesem Zusammenhang den Stellenwert der Internetseelsorge und kündigte an, dass die Landeskirche diesen Bereich ausbauen werde.

Als „neue Herausforderung“ für die katholische Kirche im Netz bezeichnete Bischof Fürst die Aufgabe, sich nicht mehr monologisch, sondern auch kommunikativ-dialogisch verhalten zu müssen. Ein Dialog sei von Angesicht zu Angesicht sehr viel einfacher. „Im Netz sind wir noch etwas hilflos und stellen uns die Frage, wie mir damit umgehen“, räumte Fürst offen ein.

Manuela Pfann

Bischof Dr. Gebhard Fürst: „Wie ändert sich die Institution?“ (Impulsreferat bei der Tagung „Kirche im Web 2.0“, Stuttgart-Hohenheim, 14. März 2014)