Neue Seniorennetzwerke für Pflegebedürftige

Zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden heute zu Hause von Angehörigen versorgt, Tendenz steigend. Doch immer mehr Scheidungen, immer weniger Eheschließungen und die größere Mobilität der Kinder bewirken, dass pflegende Angehörige zunehmend fehlen. Die staatlichen Mittel für die Sozialhilfe werden knapper und die Gefahr besteht, dass die Pflege unbezahlbar wird.

In dieser Situation startet jetzt das Forum Katholische Seniorenarbeit, FKS, einen Modellversuch. In zwei Gemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart sollen ehrenamtliche Helfer/innen für die Pflege gewonnen werden. Sie sollen dafür eigens geschult und bei der Arbeit begleitet werden. Ehrenamtlich ergänzen sie die bestehenden Pflegeangebote und erweitern die mancherorts schon in den Kirchengemeinden bestehenden Netze der Nachbarschaftshilfe um eine weitere Dimension. In Ulm-Sölfingen wird die Integration der Migranten und ausländischen Bevölkerungsgruppen eine besondere Rolle spielen.

Ziel des Modellprojekts ist es, Erfahrungen mit dieser Art von ehrenamtlicher Arbeit zu sammeln und anderen Gemeinden zugänglich zu machen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die FH Esslingen, Hochschule für Sozialwesen. Anfang 2004 war das Sozialministerium auf das FKS zugekommen. Gemeinsam mit dem Sozialministerium, den zuständigen Gremien der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem FKS wurde das Projekt entwickelt.