Neues diözesanes Arbeitsvertragsrecht stärkt Familien und fördert die Qualifizierung der Mitarbeitenden

Sie soll dem im öffentlichen Dienst geltenden Tarifrecht TVöD (Bund/Kommunen) sowie TV-L (Länder) vergleichbar bleiben. Zugleich ist die AVO-DRS ein eigenständiges kirchliches Arbeitsrecht; die Grundordnung für Arbeitsverhältnisse im kirchlichen Dienst ist klarer Bestandteil darin.

Auf der Grundlage TV-L weist die neue diözesane Arbeitsvertragsordnung eine Reihe von Eigenregelungen auf, in denen in besonderer Weise ihr kirchliches Profil zum Ausdruck kommt. Dazu zählen besonders eine ausgeprägte „Familienkomponente“ und eine „Qualifizierungskomponente“. „Wir wollen damit ausdrücklich und wirksam die familiären Leistungen unserer Mitarbeitenden würdigen“, betonte Generalvikar Clemens Stroppel. „Ebenso ist für uns die Qualifizierung der Mitarbeitenden ein wichtiger Bestandteil der Personalentwicklung.“

Zu der „Familienkomponente“ gehören für die unteren acht der insgesamt 15 „Entgeltgruppen“ etwa eine Familienzulage von 50 Euro pro Kind sowie eine Geburtsbeihilfe von 500 Euro, bei Teilzeitbeschäftigten der entsprechende Anteil. Wer ein Kind unter 12 Jahren betreut oder einen Angehörigen pflegt, kann eine Arbeitszeitverkürzung von drei Arbeitstagen im Jahr beantragen; ebenso besteht ein Anspruch auf eine den familiären Bedürfnissen entsprechende Gestaltung der Arbeitszeit, wenn Kinder unter 14 Jahren betreut werden. Teilzeitarbeit oder Sonderurlaub sind auch möglich, wenn ein Kind unter 18 Jahren betreut wird. Um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können, können flexible Arbeitsorte eingerichtet werden. Elternzeit und familienbedingter Sonderurlaub werden im Umfang von einem Jahr auf die Laufzeit der Entgeltstufen angerechnet, auch können in diesen Phasen zwei Fortbildungstage im Jahr in Anspruch genommen werden. Arbeitsbefreiung bei Fortzahlung der Bezüge ist bei familiären Erfordernissen wie der Geburt eines Kindes, Tod eines nahen Angehörigen, Einschulung oder Betreuung eines Kindes oder Pflege eines Angehörigen möglich.

Zur Qualifizierung von Mitarbeitenden zählen Maßnahmen, die der Fortbildung der fachlichen Kompetenzen für die ausgeübte Fähigkeit, dem zusätzlichen Erwerb von Qualifikationen oder der Umschulung zur Sicherung des Arbeitsplatzes dienen. Auch die Einarbeitung nach längerer Abwesenheit gehört in dieses Maßnahmenpaket. Zeiten für derartige Qualifizierungsmaßnahmen gelten als Arbeitszeit. Sie können auf die Laufzeit der Entgeltstufen angerechnet werden oder zum beschleunigten Aufstieg dienen. In der Regel werden die Kosten vom Dienstgeber übernommen, Eigenanteile der Mitarbeitenden werden in einer Qualifizierungsvereinbarung geregelt. Alle Beschäftigen haben Anspruch auf ein regelmäßiges Gespräch mit dem Vorgesetzten, in dem der Qualifizierungsbedarf festgestellt und dessen Umsetzung vereinbart wird.

Bestehende Arbeitsverträge werden finanziell nicht durch die neue AVO-DRS berührt, d. h. die persönliche monatliche Bruttovergütung bleibt im Rahmen einer Überleitungsordnung bestehen. Künftige Änderungen des TV-Land werden in der Regel automatisch übernommen.

Dr. Thomas Broch