Neues Unterhaltsrecht bedeutet Stärkung des Kindeswohls

jetzt den Unterhaltsansprüchen von Kindern grundsätzlich ein Vorrang vor anderen Unterhaltsansprüchen eingeräumt werde, sei "ohne Vorbehalt zu begrüßen", sagte der für den Bereich Kirche und Gesellschaft in der Bistumsleitung zuständige Hauptabteilungsleiter Joachim Drumm. Minderjährige Kinder seien besonders schutzwürdig, weil sie nicht selbst für ihren Unterhalt sorgen könnten, betonte Drumm.

Zufriedenstellend aus kirchlicher Sicht sei auch die Nachbesserung gegenüber dem ursprünglichen Gesetzesentwurf, derzufolge geschiedene Ehefrauen, die Kinder betreuen, jetzt in der Rangfolge besser gestellt seien als nicht verheiratete Partnerinnen. Dadurch werde der verfassungsrechtliche Schutz der Ehe besser gewährleistet, was auch dem kirchlichen Verständnis der Ehe entspreche. Eine Gleichstellung der Unterhaltsansprüche von Geschiedenen mit denjenigen von nicht Verheirateten wäre ein weiterer Schritt zur Aushöhlung des Schutzes der Ehe gewesen, sagte Drumm. Kritisch äußerte sich der Ordinariatsrat zu gesetzlichen Regelungen, die geschiedene Frauen nach wenigen Jahren zwinge, eine Berufstätigkeit aufzunehmen, wenn sie während der Ehe zugunsten der Kinderbetreuung ihre Erwerbstätigkeit reduziert oder aufgegeben haben. Dies widerspreche dem Grundsatz der Wahlfreiheit in der Gestaltung des Familien- und Berufslebens. Es sei nicht Sache des Staats, über Gesetze indirekt die Lebenskonzepte der Menschen in einer Weise normativ zu bestimmen, die diese Wahlfreiheit beeinträchtige, betonte Drumm.