Nicht an der Zukunft der Kinder und Kindeskinder versündigen

„Deshalb“, so Bischof Fürst, „appelliere ich an die Regierungen der bei dem Gipfel vertretenen Staaten, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um eine Einigung über verantwortbare Klimaschutzziele zu erreichen.“ Der Klimaschutz sei längst kein Thema mehr, das je nach den wirtschaftlichen Interessen einzelner Staaten zur Disposition stehe, sagte der Bischof. Es gehe vielmehr darum, ob sich die heutigen Generationen und ihre politisch Verantwortlichen an der Zukunft der Kinder und Kindeskinder versündigten oder ob sie ihrer epochalen Aufgabe gerecht würden, unterstrich Bischof Fürst. Jedermann, der die Probleme sehenden Auges und wachen Gewissens betrachte, sehe, dass besonders die Bewohner der armen Regionen dieser Erde in Kürze in katastrophaler Weise betroffen seien, sagte der Rottenburger Bischof; aber auch für die Wohlstandsregionen wäre es ein fataler Wahn, wenn sie sich in Sicherheit wiegten und die zu befürchtende Klimakatastrophe ignorierten oder diese sogar durch weiteres verantwortungsloses Verhalten beschleunigten.

Christen, so Bischof Fürst, hätten hier eine besondere Verantwortung. Denn das Gebot der Nächstenliebe gelte den Nahen und den Fernen auch in den konkreten Fragen eines ökologisch verantwortungsbewussten Handelns in der Wirtschaft, in der Politik und im Alltagsverhalten der Gesellschaft. Es gehöre zu den Kernaussagen des christlichen Glaubens, die Welt als Gottes Schöpfung betrachten, für die den Menschen eine besondere Verantwortung auftragen sei.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart investiere bereits seit Jahren beträchtliche Mittel in energieeffiziente und umweltschonende Baumaßnahmen und fördere das ökologisch bewusste Verhalten in den Kirchengemeinden, betonte der Bischof. Sie werde dies künftig noch verstärkt tun. Noch vor der Sommerpause werde sie der Öffentlichkeit ein umfassendes integriertes Nachhaltigkeitskonzept vorstellen.