„Nicht betrügen, ehrlich sein, verlässlich“

Das gepflegte Menschenbild präge Umgangsformen und Handlungsweisen in der Wirtschaft, betonte der Bischof am Donnerstagabend beim Finanzinstitut „Wüstenrot und Württembergische“ in Stuttgart. Für die Formung des Bildes, das Unternehmen vom Menschen haben, gebe die Kirche wichtige Impulse. „Nicht betrügen, ehrlich sein, verlässlich“ – mit solchen christlich begründeten Leitwerten könnten Unternehmen erfolgreicher handeln als nur am kurzfristigen Ertrag orientierte Konkurrenten.

Was passiere, wenn die Wirtschaft sich nur noch an materiellen Werten in einem möglichst deregulierten Markt ausrichte, hat nach Auffassung des Bischofs die vergangene globale Wirtschafts- und Finanzkrise mit grandiosen Fehlspekulationen, Leergeschäften und daraus resultierenden massenhaften Arbeitsplatzverlusten gezeigt. „Ich stelle mir ganz ehrlich die Frage, wie viel – um nicht zu sagen, ob überhaupt etwas – dazu gelernt worden ist auf dem internationalen Finanzmarkt.“, sagte Bischof Fürst. Er mahnte zu Besinnung und Neuorientierung. Aus der gesamtethischen Verantwortung dürften sich die führenden Kräfte der Gesellschaft nicht wegducken, „ansonsten kommt es zu einer massiven Erosion des Vertrauens zwischen Gesellschaft und Wirtschaft“.

Uwe Renz