Nikolaus statt Weihnachtsmann

Im achten Jahr bereits bietet die Medienstelle der Diözese diesen Service an, um der Übermacht der Weihnachtsmänner in den Ladenregalen etwas entgegen zu setzen.

Im Unterschied zum Weihnachtsmann Santa Claus geht der echte Nikolaus auf den heiligen Bischof zurück, der im 4. Jahrhundert im heute türkischen Myra lebte. Bekannteste Legende dürfte das „Kornwunder“ sein, mit dem er Myra vor einer Hungersnot rettete. Andere Geschichten erzählen, wie Nikolaus Arme und vor allem Kinder beschenkte. Solche Überlieferungen führten dazu, dass am Gedenktag des Heiligen im römisch-katholischen Kalender, 6. Dezember, Kinder beschenkt werden. Die Figur des „Weihnachtsmannes“ wurde besonders in Amerika populär. Dort bekam er in den 1930er Jahren sein Aussehen mit roter Zipfelmütze, pelzbesetztem Mantel und Rauschebart - von Coca-Cola-Zeichnern. Dieses Bild setzte sich durch, verdrängte andere Vorstellungen und auch das Bild des heiligen Bischofs Nikolaus.

Die Fachstelle Medien will Appetit auf den wahren Nikolaus machen, auch mit Flyern und Plakaten. Die Schokoladen für die Produktion werden aus fairem Handel gekauft, zumindest über einen regionalen Hersteller, der Kinderarbeit im Kakaoanbau ablehnt. Verpackt und verschickt werden die 40.000 Hohlfiguren von den Stuttgarter Neckartalwerkstätten für behinderte Menschen. Bleibt Geld übrig, profitieren davon Caritas-Kinderhilfsprojekte. In Rottenburg werden übrigens trotz Coca-Cola-Truck auch echte Nikoläuse verkauft – von den Dom-Ministranten.

Uwe Renz