„Not anderer als eigene Not spüren“

Der in Christus neu geborene Mensch zeige seine Liebe in der Tat für Not leidende Mitmenschen, sagte Bischof Fürst am Donnerstag in Ulm bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen des dortigen Caritasverbandes. Der Glaubenssatz „Gott ist Liebe“ und der aus einem tiefen Christusglauben entstandene Appell des heiligen Vinzenz von Paul „Eure Liebe sei Tat“ sollten in einer mystischen Grundhaltung im Zusammenhang gelesen werden. „Eine solche christliche Mystik ist keineswegs abgedreht oder weltabgewandt“, betonte der Bischof. Sie bewahrheite sich vielmehr im Tun.

Nach den Worten von Bischof Fürst beginnt Caritas „in dem Moment, wo wir den anderen und seine Not wahrnehmen, wo wir die Not der anderen so an uns heranlassen, dass wir sie als eigene Not spüren“. Der christliche Glaube befähige dazu, Mitmenschen als Schwestern und Brüder, „so wie Gott uns ansieht“. In dieser Haltung werde die Grenze zwischen Geber und Nehmer hinfällig und die christliche Kirche für andere Menschen durch die Caritas spürbar und erfahrbar.