Notfallseelsorge neu geregelt

Nach der neuen Vereinbarung, die für die Diözese Rottenburg-Stuttgart von Generalvikar Clemens Stroppel unterzeichnet wurde, benennen die Kirchen den Land- und Stadtkreisen speziell für Katastrophenfälle ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie entsprechend qualifizierte ehrenamtliche Helfer.

Der derzeitige Sprecher der Landesarbeitgemeinschaft Notfallseelsorge, Mario Kaifel, begrüßte die Vereinbarung. Sie trage dazu bei, dass die sehr gute Zusammenarbeit des Landes mit den Kirchen im Bereich der Notfallseelsorge und des Katastrophenschutzes auch in den nächsten Jahren fortgeführt werde, so Kaifel heute in Rottenburg. Besonders betonte Kaifel die in der Vereinbarung festgehaltene Empfehlung an die Stadt- und Landkreise, für die Notfallseelsorge analoge Bedingungen zu schaffen. Er hoffe, dass die Einbindung der Notfallseelsorge in die Arbeit der Rettungs- und Einsatzkräfte auf regionaler Ebene sichergestellt werde.

Der Vertreter des Innenministeriums, Staatssekretär Rudolf Köberle, bekräftigte heute in Stuttgart die bewährte langjährige Zusammenarbeit des Innenministeriums mit den Kirchen in der Notfallseelsorge. Opfer und Hinterbliebene, aber auch Einsatzkräfte könnten nach einem Unglück zudem von so genannten Kriseninterventionsteams und Notfallpsychologen Hilfe erhalten. „Die Landratsämter und die Bürgermeisterämter in den Stadtkreisen vermitteln Betroffenen von tragischen Ereignissen auf Wunsch auch erste psychosoziale Unterstützung. Es ist ein Angebot, das auch genutzt werden sollte, damit die Seele keine schweren Narben davonträgt.“

Die Idee der Notfallseelsorge entstand in einem Kreis kirchlicher Mitarbeiter, die neben ihrem Hauptberuf auch im Rettungsdienst oder bei der Feuerwehr tätig waren.

Die Notfallseelsorger leisten nach einem Unglück Beistand und Betreuung für Opfer und deren Angehörige, für anderweitig Betroffene und für Einsatzkräfte. Die Kirchen benennen den unteren Katastrophenschutzbehörden (Landratsämter und Bürgermeisterämter in den Stadtkreisen) die Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger, die nach dem Landeskatastrophenschutzgesetz bei ihren Einsätzen Helferstatus genießen. Für diese Aufgabe gewährt das Land keine Vergütung, es ersetzt jedoch Sachschäden und auf Antrag notwendige Auslagen.

Auch die Führungs- und Lagezentren der Polizei können Seelsorgerinnen und Seelsorger jederzeit alarmieren, zum Beispiel wenn Polizisten Todesnachrichten überbringen müssen. Derzeit stehen in Baden-Württemberg rund 1.000 Notfallseelsorger zur Verfügung.