Notwendiger Beitrag zur Vermenschlichung der Gesellschaft

Die künftigen Diakone sind Benno Engel (47), Gschwend/Schlechtbach im Schwäbischen Wald, Giovanni Fascia (51), Filderstadt-Bonlanden, Berndt Rosenthal (47), Hemmingen, Michael Weimer (38), Nordstetten bei Horb, Michael Wollek (45), Rottweil, und Carsten Wriedt (45), Heilbronn.

In einer Zeit, in der „immer mehr Erfolg und Höchstleistung angebetet, in der die Gewinner bewundert und die Verlierer verlacht werden“, verkörpere der Diakon „den Vorrang des Dienstes und die Liebe zu den Verlierern, zu den Schwachen, den Notleidenden und an den Rand Gedrängten, zu den Zerschlagenen und Bedrückten“, sagte Bischof Fürst. Der Diakon sei entsprechend der griechischen Bedeutung des Wortes ein Dienender und lasse sich in den Dienst der Menschen nehmen wie Christus. Christus habe von sich selbst gesagt: „Ich bin mitten unter euch wie der, der bedient“, erinnerte der Bischof und formulierte für die künftigen Diakone den Anspruch: „In seinem christlichen Handeln vergegenwärtigt der Diakon den dienenden Christus.“ Dies diene dem Leben des Menschen überall dort, wo er am schutzlosesten und bedrohtesten sei. Mit Unterwürfigkeit habe dieser Dienst nichts zu tun, betonte Bischof Fürst, sondern mit Freimut und Großmut, und er verlange „Mut, innere Kraft und an Christus gebundene Freiheit“. Diakon zu sein bedeute, das eigene Leben entschlossen den Menschen zuzukehren. „Seien Sie darin freimütig und großmütig“, appellierte Bischof Fürst an die sechs Männer, denen er ebenso wie ihren Ehefrauen für ihre Bereitschaft dankte.


Benno Engel, 1959 in Albstadt-Ebingen geboren, ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Nach der Schulzeit, die er mit dem Abitur abschloss, und dem Zivildienst in Ludwigsburg und Stuttgart erlernte er zunächst den Beruf eines Keramikers, in dem er fünfzehn Jahre lang selbständig tätig war. 1998 begann er mit dem Studium der Sozialpädagogik an der Fachhochschule Esslingen, seit 2002 – nach Abschluss des Studiums – arbeitet er als Sozialarbeiter in der aufsuchenden Jugend- und Familienhilfe. Parallel dazu absolvierte er eine Zusatzausbildung in systemischer Familienberatung und ein theologisches Fernstudium. Benno Engel lebt mit seiner Familie seit 1984 in Gschwend im Schwäbischen Wald. In seiner Wohnortgemeinde St. Andreas in Gschwend/Schlechtbach in der Seelsorgeeinheit Schwäbischer Wald wird auch sein künftiges Einsatzgebiet als Diakon im Zivilberuf sein. In der Gemeindearbeit will er den Schwerpunkt auf diakonische Aufgaben setzen und daran mitwirken, dass die Aufmerksamkeit für Menschen am Rande der Gemeinden und der Gesellschaft wächst. Den Einführungsgottesdienst als Diakon in der Gemeinde St. Andreas in Gschwend/Schlechtbach feiert Benno Engel am 1. Juli 2007.

Giovanni Fascia, geboren 1955 in San Marco la Catola in Italien, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. In Italien zum Rundfunk- und Ferntechniker ausgebildet, kam er bereits als Siebzehnjähriger nach Deutschland. Giovanni Fascia studierte von 1992 bis 1996 an der Katholischen Fachhochschule in Freiburg Sozialarbeit. Ab März 1997 war er als Mitarbeiter der Region Schwarzwald-Alb-Donau des Diözesan-Caritasverbandes Rottenburg-Stuttgart über fünf Jahre lang im Migrationsdienst und in der Betreuung psychisch kranker Menschen tätig. Seit Ende 2002 arbeitet er im Zentrum für Wohnungslose der Caritas in Balingen. Giovanni Fascia lebt mit seiner Familie in Filderstadt-Bonlanden. In der dortigen Liebfrauengemeinde wird auch sein künftiges Einsatzgebiet als Diakon im Zivilberuf sein. In der Senioren-Seelsorge, der Arbeit im Ausschuss für die Katholiken anderer Muttersprachen sowie in caritativen Aufgaben will er die Schwerpunkte seiner künftigen Tätigkeit setzen. Der Einführungsgottesdienst in der Katholischen Kirchengemeinde Zu Unserer Lieben Frau in Filderstadt-Bonlanden ist am 27. Mai 2007.

Berndt Rosenthal, 1959 in Mönchengladbach geboren, ist lebt heute mit seiner Frau in Hemmingen, Landkreis Ludwigsburg. Er absolvierte zunächst von 1976 bis 1980 eine Ausbildung als Technischer Zeichner und anschließend von 1980 bis 1987 ein Studium als Maschinenbau-Ingenieur, das er als Diplom-Ingenieur (Saarbrücken) und parallel mit der „Licence de Construction Mécanique“ abschloss. Es folgten seit Ende 1987 bis heute Berufsjahre als Ingenieur und im Management verschiedener international tätiger Unternehmen, darunter u. a. bei der Volkswagen AG. Berufsbegleitend belegte Berndt Rosenthal von 1999 bis 2003 den Grund- und Aufbaukurs „Theologie im Fernkurs“ und absolvierte das Diplom-Studium am caritaswissenschaftlichen Institut der Universität Freiburg (2003-2005), das er als Diplom-Caritaswissenschaftler abschloss. Sein künftiger Einsatzort als Diakon im Zivilberuf wird die Pfarrei St. Joseph, Münchingen mit Hemmingen, sein, wo er am 27. Mai 2007 den Einführungsgottesdienst feiert. Entsprechend seiner beruflichen Erfahrung in Wirtschaftsunternehmen und seiner Qualifikation im caritativen Bereich will er sich der Schwachstellenanalyse und der Verbesserung von Prozessen in der Gemeindearbeit widmen, zum anderen wird er einen Schwerpunkt in der Seniorenarbeit setzen.

Michael Weimer, 1968 in Horb geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Nordstetten bei Horb. Nach Schule und Zivildienst von 1975 bis 1989 in Nordstetten bzw. Horb absolvierte er zunächst von 1989 bis 1992 eine Ausbildung zum Krankenpfleger im Krankenhaus Rottenmünster in Rottweil. Diesen Beruf übte er von 1992 bis 2005 im Horber Krankenhaus aus, bevor in die ambulante Pflege wechselte. Den Kontakt mit Theologie und Seelsorge nahm Michael Weimer von 2001 bis 2003 durch die Teilnahme am Grund- und Aufbaukurs des Theologie-Studienkreises in Stuttgart und 2003 am Interessentenjahr zum Diakonat im oberschwäbischen Kloster Heiligkreuztal auf. Von 2004 bis 2007 durchlief er die theoretische und praktische Ausbildung zum Diakon. Seine Heimat Horb – in Horb und Nordstetten ist er auch aktiv im Musikleben engagiert – wird auch sein künftiger Einsatzort als Diakon im Zivilberuf sein. In der Seelsorgeeinheit Horb möchte er sich künftig der Kranken- und Altenseelsorge sowie der Jugendarbeit widmen. Der Einführungsgottesdienst in Horb ist am 10. Juni 2006.

Michael Wollek, geboren 1962 in Reutlingen, lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Rottweil. Aufgewachsen ist er in Tuttlingen, wo er das Abitur abgelegt und Zivildienst geleistet hat. Nach dem Studium der katholischen Theologie und der Pädagogik in Tübingen war Michael Wollek ab 1991 zunächst Diözesanreferent der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) und Geschäftsführer der Jugendbildungsstätte Marienburg bei Niederalfingen. 1995 wurde er zum Leiter des Katholischen Bildungswerkes im Kreis Tuttlingen berufen, seit 2001 ist er Leiter der Caritasregion Schwarzwald-Alb-Donau, zu der die Dekanate Balingen, Rottweil und Tuttlingen-Spaichingen gehören. Sein künftiger Einsatzort als Diakon im Zivilberuf ist die Seelsorgeeinheit Rottweil mit den Pfarreien Heilig-Kreuz, Auferstehung Christi, St. Maria in Rottweil-Hausen und St. Petrus und Paulus in Rottweil-Neukirch. In seiner künftigen Tätigkeit in der Gemeindeseelsorge will er sich schwerpunktmäßig der Caritas der Gemeinde widmen. Der Einführungsgottesdienst ist am 17. Juni 2007 in der Auferstehung-Christi-Kirche in Rottweil.

Carsten Wriedt, geboren 1961 in Hamburg, lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Heilbronn. Nach dem Abitur im Jahr 1980 bestimmte die Musik seinen Berufsweg. Nach dem Musikstudium von 1978 bis 1989 in Lübeck, Hamburg und Berlin ist er seit 1988 als erster Geiger im „Württembergischen Kammerorchester Heilbronn“ tätig. Zahlreiche Konzertreisen führen ihn in viele Länder. Kirchenmusikalische Aktivitäten führten ihn zu einer Verbindung von Musik, Glauben und Gottesdienst auch im persönlichen Leben. Als Diakon im Zivilberuf wird er künftig am Deutschordensmünster St. Peter und Paul in Heilbronn in der Gemeindeseelsorge mitarbeiten. Offen für die ganze Breite der Gemeindearbeit, ist ihm die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein besonderes Anliegen. Der Einführungsgottesdienst findet am 27. Mai 2007 in St. Peter und Paul und Heilbronn statt.