Oase der Einkehr, des Gebets und des Gottesdienstes

Diesen Wunsch brachte Bischof Gebhard Fürst zum Ausdruck, als er die Kirche nach längerer Revonierungszeit am Sonntag in einem feierlichen Pontifikalgottesdienst wieder eröffnete. Die Wallfahrtskirche hoch über Spaichingen, am Westrand der Schwäbischen Alb, wurde 1673 nach siebenjähriger Bauzeit geweiht. Der Dreifaltigkeitsberg, in vorchristlicher Zeit wahrscheinlich eine Sonnenkultstätte, war bereits seit 1415 ein Wallfahrtsort; eine Steinkapelle wurde damals als Vorgängerkirche des heutigen Gotteshauses geweiht. Künstlerisch besonders wertvoll in der mehrmals erweiterten Kirche ist die Innenausstattung von Johann Anton Feuchtmayer, einem der größten Stuckateure und Bildhauer des Barock in der Bodenseeregion.

Zugleich mit der Wiedereröffnung der Wallfahrtskirche konnte Bischof Fürst die Ordensleute des Claretiner-Ordens, die seit über 80 Jahren den Wallfahrtsort auf dem Dreifaltigkeitsberg betreuen, zum 200. Geburtstag ihres Ordensgründers Antonius Maria Claret beglückwünschen. Der Bischof hob an dem 1807 in Spanien geborenen und 1950 heilig gesprochenen Priester dessen „brennende Leidenschaft“ und „zeitlebenden Einsatz für die Volksmission“ hervor, „ein Projekt, das er trotz Widerständen und politischen Hindernissen nie aus den Augen verlor“. Heute leisteten die Claretiner ein „kräftiges und leuchtendes Zeugnis von der brennenden Leuchtkraft einer missionarischen Kirche im Volk“, betonte Bischof Fürst. Die Menschen in der Region und er selbst seien dankbar „für diesen Dienst am Evangelium“. Was dieser Dienst bedeute, werde an der Person und Botschaft Jesu Christi sichtbar: „Wie ein roter Faden zieht sich das Grundmuster der Nähe zu den Menschen durch das irdische Leben Jesu – besonders zu den bedrohten, verletzten, leidenden und abgeschobenen Menschen“, sagte der Bischof. Der heilige Antonius Maria Claret habe „von einem brennenden Herzen gesprochen, das nie lau werden soll, um die Menschen zu erreichen und die Frohbotschaft vom Kommen Gottes in die Welt hinein zu tragen“. Dies bedeute, sich „anstiften“ zu lassen, „ebenso zu leben und zu handeln, heilsam für viele andere zu werden, die es nötig haben“, ermunterte Bischof Gebhard Fürst die Festgemeinde.