Ökumene der Bekehrung und Erneuerung tut Not

Anlässlich der Verabschiedung des evangelischen Geistlichen am Sonntag in Reutlingen überbrachte der Rottenburger Domkapitular im Namen von Bischof Gebhard Fürst, der gesamten Diözesanleitung der Diözese Rottenburg-Stuttgart sowie des Reutlinger katholischen Dekans Robert Widmann den Dank für „Solidarität und gute Nachbarschaft“. „Dass wir einander tragen, das war Ihre Vorstellung von wirklicher ökumenischer Partnerschaft“, sagte Bour dem evangelischen Mitbruder.

Prälat Hubert Bour, der auch der Ökumene-Referent des Rottenburger Domkapitels ist, betonte, eine „Ökumene der Profile“ bedeute nicht „Selbstgenügsamkeit und Rechthaberei“. Vielmehr sei man es dem Partner schuldig, Profil zu zeigen. „Davon lebt Ökumene. Das macht uns reicher“, betonte Bour, denn keine Kirche könne für sich in Anspruch nehmen, „die Vollgestalt der Kirche zu Christi zu sein“. Ökumene sei vielmehr ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein „Austausch von Gaben“ zwischen den christlichen Kirchen. Die Kirchen seien immer reformbedürftig, sagte Bour. „Was Not tut, ist eine Ökumene der Bekehrung und Erneuerung und nicht eine Ökumene der Behauptung und Restauration.“ Diese Option einer Ökumene der Bekehrung und Erneuerung, so bestätigte Bour dem evangelischen Reutlinger Prälaten, sei für Claus Maier „immer klar“ gewesen.