Ökumenische Beziehungen mit Lebendigkeit erfüllt

„Die guten und von tiefer Brüderlichkeit getragenen ökumenischen Beziehungen zwischen den katholischen Christen und den Christen anderer Konfessionen sowie zu den Gläubigen anderer Religionen geben davon ein wunderbares Zeugnis“, betonte Bischof Fürst. Dies entspräche auch der Tradition der katholischen Tübinger Theologie, deren Vertreter Kasper als Professor in Münster und Tübingen 25 Jahre lang war. Die katholische Theologie der Tübinger Schule habe sich immer „als Theologie im konstruktiven Gegenüber und Miteinander der katholischen und der evangelisch-württembergischen Tradition verstanden“.

Besonders hob Bischof Fürst die Verdienste Kardinal Kaspers um die ökumenische Verständigung mit den orthodoxen und den altorientalischen Kirchen hervor. Dank Kaspers Bemühungen hätten diese „große und fundamentale Fortschritte“ gemacht und seien „mit neuer Lebendigkeit erfüllt“ worden. Kasper habe hier „erhebliches Vertrauen“ hergestellt und „eine solide Grundlage für Dialog und Verständigung geschaffen“, bescheinigte Bischof Fürst seinem Vorgänger als Oberhirte der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Auch in der „innerkonfessionellen Ökumene“ müsse man „noch vieles an kleinen und großen Wegstücken miteinander und zueinander gehen“, betonte Bischof Fürst. Er sicher, dass dies dank „des heilsamen und wirkungsvollen Dienstes“ Kardinal Kaspers weitergehen könne.

Walter Kasper, am 5. März 1933 in Heidenheim geboren und in Wangen im Allgäu aufgewachsen, wurde 1957 zum Priester der Diözese Rottenburg-Stuttgart geweiht. Von 1964 bis 1968 war er Theologieprofessor in Münster, anschließend in Tübingen. Im Jahr 1989 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Dieses Amt übte er zehn Jahre lang aus, bis er 1999 vom Papst als Sekretär des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen an die römische Kurie berufen wurde. Anfang 2001 wurde er in den Kardinalsstand erhoben und zum Präsidenten des Einheitsrats ernannt.

Bei der Feier des 75. Geburtstags von Kardinal Walter Kasper in Rom wird Weihbischof Johannes Kreidler die Diözese Rottenburg-Stuttgart vertreten und die persönlichen Glückwünsche von Bischof Gebhard Fürst überbringen.