Ökumenische Tür durchschritten

Ellwangen/Rottenburg. 10. Januar 2014. Mit einem Zeichen des gemeinsamen ökumenischen Willens haben der katholische Bischof Gebhard Fürst und der evangelische Landesbischof Otfried July das 1.250jährige Bestehen der Stadt Ellwangen gefeiert. Sie durchschritten am Freitag nebeneinander die so genannte Ökumenische Tür zwischen der katholischen Basilika St. Vitus und der evangelischen Stadtkirche. Bischof Fürst predigte in der Stadtkirche, Landesbischof July in der Basilika. Die Ökumenische Tür zwischen den direkt angrenzenden Kirchen war 1999 geöffnet worden, nachdem sie zuvor 200 Jahre geschlossen gewesen war.

Bischof Fürst bezeichnete die Tür als „Meilenstein des Miteinanders für die Menschen der Stadt, aber vor allem für unsere beiden Kirchen". Die Geschichte der Stadt auf der Ostalb sei geprägt von tiefer Verwurzelung der Menschen im Glauben. Ökumene sei heute „geradezu geistliche Weisung und Herausforderung". Sie könne vor allem dann Früchte tragen, „wenn sie ihre Kraft aus dem gläubigen Bekenntnis zu Jesus Christus erschließt". In der Nachfolge Christi könnten gemeinsam befreit und gelassen die gemeinsamen Wurzeln des christlichen Glaubens entdeckt und Wege der gegenseitigen Verständigung beschritten werden.

Der katholische Bischof bezeichnete Ökumene als Herausforderung, vor der alle Christen gemeinsam stünden. In einer Zeit zunehmender Entchristlichung der Gesellschaft und angesichts der Krisenherde in der Welt müssten die Konfessionen „eine gemeinsame Sprache finden, die die Menschen erreicht, die sie tröstet und ihnen Hoffnung geben kann."

Uwe Renz