Corona

Online-Petition für mehr Gerechtigkeit

Initiative „Mehr-wert-als-ein-Danke“ fordert bessere Arbeitsbedingungen und gerechteren Lohn im Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen.

Nach der Coronakrise ist vor der nächsten Krise. Die Initiative „Mehr-wert-als-ein-Danke“ fordert vor diesem Hintergrund bessere Arbeitsbedingungen, gerechten Lohn und mehr Wertschätzung für Beschäftigte im Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen.

Deutschlandweit haben 23 Träger und Verbände aus der Sozialwirtschaft die Initiative auf den Weg gebracht, darunter auch die Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn im Landkreis Rottweil, eines der größten sozialwirtschaftlichen Unternehmen in Baden-Württemberg mit Einrichtungen und Diensten für Menschen mit Behinderungen, für alte und pflegebedürftige Menschen sowie für Kinder und Jugendliche und deren Familien. Über 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen hinter den bisher 23 beteiligten Akteuren und verleihen den Forderungen damit Nachdruck, teilt die Stiftung St. Franziskus mit. Ziel der Initiative sei es, in einem ersten Schritt mindestens 50.000 Unterschriften zu sammeln, um damit eine entsprechende Eingabe an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags zu ermöglichen.

Aktuell erhielten Krankenschwestern, Ärzte, Altenpfleger, Sozialarbeiter, Heilerziehungspfleger, Heilpädagogen und viele andere Berufsgruppen sehr viel gesellschaftliche Anerkennung. Menschen klatschten für die Hilfe, die Fachkräfte leisten. Pflegeheime und Krankenhäuser erhielten Geld- und Sachspenden. Der Dank sei groß und ehrlich. Die Coronakrise zeige, die genannten Berufe werden gebraucht. Die Fachkräfte seien für alle diejenigen da, die durch die Corona-Pandemie besonders betroffen und bedroht sind.

Weiter teilt die Stiftung mit: „Nach der Krise wird aber vor der Krise sein. Umso wichtiger ist es, genauer hinzuschauen. Denn die Krise zeigt auch, dass unser Gesundheits-, Pflege- und Sozialsystem in vielen Bereichen unterfinanziert ist und es an ausreichend Arbeits- und Fachkräften mangelt. Über die Konkurse und Schließungen von kleineren Krankenhäusern wurde bereits vor der Corona-Pandemie diskutiert, allerdings ohne eine nennenswerte Kehrtwende in der Politik. Ob das jetzt anders wird?“ Auch die geringe Bezahlung von Pflegekräften, die schon lange ein Thema in der Politik ist, wird von der Initiative aufgegriffen und gefragt, ob die Bezahlung nach der Corona-Pandemie anders sein wird. Es gelte, dem Gesundheits-, Pflege- und Sozialsystem nachhaltig einen angemessenen Wert zukommen zu lassen und es entsprechend zu stärken.

Konkret fordern die Sozialunternehmen in der Initiative „Mehr-wert-als-ein-Danke“ eine an die erforderlichen Rahmenbedingungen angepasste Personalausstattung, damit mehr Zeit für und mit den anvertrauten Menschen bleibt. Zu verbesserten Rahmenbedingungen gehörten zudem die deutliche Anhebung des Mindestlohns sowie eine Tarifbindung in der gesamten Sozialwirtschaft, mehr Wettbewerb um gute Ideen und Qualität in der Facharbeit sowie die Stärkung der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Der Wert des Arbeitens für und mit Menschen müsse generell in Politik und Gesellschaft nachhaltiger verankert werden, fordern die Mitglieder der Initiative. Teilhabe, Inklusion, Solidarität und Gesundheit seien im Grundgesetz verankerte und nicht verhandelbare Werte. Deshalb setzen sich die Unterstützer für eine Kehrtwende in der Politik und im gesellschaftlichen Bewusstsein ein.

Zum Hintergrund

Die Petition ist unter www.mehr-wert-als-ein-danke.de noch bis Montag, 1. Juni, online gestellt. Jede Person kann die darin aufgeführten Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützen und die Petition per E-Mail, Twitter, Facebook und WhatsApp weiterverbreiten. Unternehmen und Verbände aus der Sozialwirtschaft können sich darüber hinaus noch an der Petition beteiligen.