Ordinariatsrat Joachim Drumm: Erwachsenenbildung entlastet langfristig den Landeshaushalt

Drumm zeigte behutsame Erleichterung angesichts des Beschlusses der CDU-Landtagsfraktion, die Mittel für die Erwachsenenbildung im nächsten Doppelhaushalt nicht weiter zu reduzieren. Dennoch: In Erwachsenenbildung müsse künftig mehr investiert werden. Denn langfristig fördere sie die aktive Bürgergesellschaft und entlaste den Staat nachhaltig.

Drumm betonte die Bedeutung der Erwachsenenbildung für die Gesellschaft. In Bezug auf die Weiterentwicklung des Wertebewusstseins seien Erwachsenenbildungsangebote unverzichtbar, so Drumm in Stuttgart. Insbesondere der kirchlich verantworteten Erwachsenenbildung komme hier eine zentrale Bedeutung zu. „Erwachsenenbildung in kirchlicher Trägerschaft ist kein binnenkirchlicher Selbstbezug. Sie ist ein Dienst an Gesellschaft“, betonte der Ordinariatsrat. Denn besonders in den wichtigen Bereichen „Stärkung der Familien“ und „Förderung der Familienkompetenz“ leisteten die Kirchen einen bedeutenden Beitrag. Darüber hinaus seien die kirchlichen Angebote zur Seniorenbildung und dem interkulturellen Dialog, aber auch Angebote zu religiösen, ethischen und philosophischen Fragen ein wichtiges Element zur Stabilisierung der Gesellschaft, so Drumm.

Kirchliche Erwachsenenbildung werde weitestgehend von Ehrenamtlichen getragen. „Ehrenamtliche leisten Enormes, übernehmen Eigenverantwortung und entlasten den Staatshaushalt“, lobte Drumm das Engagement, das die Ehrenamtlichen mit einem hohen Maß an Professionalität zeigten.

Er äußerte jedoch die Sorge, dass die verschiedenen Träger, die im Sinne der Subsidiarität die öffentliche Aufgabe der Erwachsenenbildung übernommen hätten, die entstehenden Kosten nicht mehr schultern könnten, wenn sich das Land zu weit aus der Mitfinanzierung zurückziehe. Drumm appellierte deshalb an die Landesregierung, bei der Konsolidierung des Haushalts im Sinne einer nachhaltigen Haushaltspolitik in die Bildung zu investieren: „Investition in Bildung ist Investition in eine aktive Bürgergesellschaft und in eigenverantwortliches und solidarisches Denken und Handeln.“ Weitere Einschnitte könnten die Kirchen nicht mehr kompensieren, so der Ordinariatsrat.