„Osterbotschaft ist Maßstab aller Ämter und Strukturen

Am Mittag – nach der ersten morgendlichen Sitzung des Bischöflichen Ordinariats, an der die beiden neuen Domkapitulare teilnahmen – legten diese in der Hauskapelle des Bischofshauses den Treueeid und das Dienstversprechen vor dem Bischof ab.

Die Osterbotschaft des Evangeliums und das Zusammenleben der Urgemeinde, so betonte Bischof Fürst in seiner Predigt beim morgendlichen Gottesdienst, sei der bleibende Maßstab für alle Strukturen und Ämter in der Kirche. „Für Jesus Christus Zeugnis abzulegen, ihn und seine Frohbotschaft unter die Menschen zu bringen und sie mit der Kraft unserer Hoffnung zu erfüllen, darauf kommt alles an in der Kirche“, betonte der Bischof. Der Osterglaube an den „gekreuzigten Auferstandenen“ stehe als zentrale Botschaft über der Einweisung der beiden Domkapitulare in ihr neues Amt. „Wir in der Kirche von Rottenburg-Stuttgart“, so Bischof Fürst, „sind Menschen, die radikal und immer wieder aufbrechen, neu beginnen, eine Kirche in der Kraft des Geistes Gottes zu gestalten.“

Als einen Mann, der gekennzeichnet sei durch „Neugier und Ermutigung und durch eine besondere Orientierung an der liturgischen und diakonischen Ausrichtung einer missionarischen Kirche“ sowie durch das Bemühen, „auf Augenhöhe mit der Gegenwart zu leben“, so kennzeichnete Bischof Fürst in einer abendlichen Festveranstaltung im Kreis von Angehörigen und Freunden der beiden neuen Domkapitulare und von Mitarbeitenden des Bischöflichen Ordinariats Paul Hildebrand, den künftigen Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal. Ein besseres Profil könne er sich für den Verantwortlichen für die Priester und Diakone, Pastoral- und Gemeindereferentinnen und –referenten nicht vorstellen, sagte der Bischof. Auch die Betreuung der Pfarrhaushälterinnen, die zu Hildebrands künftigen Aufgaben gehört, sei keine Nebentätigkeit, sondern ein „großes Anliegen“, betonte der Bischof.

Uwe Scharfenecker, promovierter Theologe im Fach Kirchengeschichte, wird künftig für die Ausbildung des Nachwuchses in den verschiedenen Seelsorgeberufen verantwortlich sein. Wegen der besonderen Bedeutung dieser Aufgabe für die Zukunft der Diözese hat Bischof Gebhard Fürst ihn für diesen Bereich zum Bischofsvikar, also zu seinem Stellvertreter, ernannt. „Besonnenheit, Beharrlichkeit, Geduld und Fingerspitzengefühl“ qualifizierten Scharfenecker für diese „so differenzierte wie diffizile Aufgabe“, betonte Bischof Fürst. Ein Hauptaufgabenfeld werde dabei die Beziehung zur Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen sein, mit der Scharfenecker immer in Verbindung geblieben sei. Nicht zuletzt zeige sich dies in seiner theologischen Dissertation über „Die Katholisch-Theologische Fakultät Gießen 1830-1859“, der in diesem Forschungszeitraum auch die Professoren Franz Anton Staudenmaier und Johannes Evangelist Kuhn als bedeutende Vertreter der „Tübinger Schule“ angehört hätten.