Ostern – eine lebendige und vertrauensvolle Begegnung

Der Osterglaube lasse sich nicht durch Gedankenkonstruktionen und theologische Sätze beweisen, er ereigne sich „zwischen Gott und uns“. Manchmal sei dies nur „eine zarte Ahnung, ein kurzes Aufatmen der Seele oder ein Lichtstrahl ganz persönlicher Hoffnung“, sagte der Weihbischof.

Der Weihbischof wies in seiner Predigt auf die Sehnsucht hin, „dass Friede und Gerechtigkeit als wichtige Indikatoren der menschlichen Dimension von Ostern an Boden gewinnen mögen“. Die konkrete Hoffnung darauf drohe allerdings manchmal „aufgezehrt“ zu werden. „Die Bilder unserer persönlichen kleinen Welt und der Welt im Großen stemmen sich massiv gegen eine Ostern-light-Botschaft“, betonte Johannes Kreidler. Auch im Leben gläubiger Menschen gebe es „Lebensetappen“, in denen „das Schweigen Gottes, die dunkle Nacht des Glaubens“ ausgehalten werden müsse. Auch wenn man der Liebe „noch etwas zutraue“, so sei diese doch „schonungsbedürftig“, führte Kreidler mit Bezug auf ein Wort der Dichterin Hilde Domin aus. Schonungsbedürftig sei auch der Mensch selbst. Im Gegensatz dazu dürfe die Liebe Gottes „als unbegrenzt belastbar“ angesehen werden.

Mit Ostern stehe „alles auf dem Spiel: die Wahrheit des Lebens Jesu wie auch unsere eigene Zukunft“. Aber weil der Osterglaube ein Beziehungsgeschehen sei, könne er ebenso wenig wie eine menschliche Beziehung „festgehalten“ werden, sagte Kreidler. Der Glaube bleibe nur lebendig, wenn er sich immer neu ereigne. Ostern sei die Einladung an die Menschen: „Lass dich neu ansprechen vom Leben, lass dich neu ansprechen vom auferstandenen Jesus Christus.“