„Ostern – vertrauensvolle Begegnung mit Jesus dem Lebenden“

Ostern lasse sich nicht durch Gedankenkonstruktionen und theologische Sätze beweisen, sondern ereigne sich als ein Geschehen zwischen Gott und dem einzelnen Menschen – „vielleicht überhaupt nicht spektakulär, vielleicht nur als zarte Ahnung, vielleicht nur in einem kurzen Aufatmen der Seele oder in einem Lichtstrahl ganz persönlicher Hoffnung“, sagte Weihbischof Kreidler. Der Osterglaube sei eine „vertrauensvolle Begegnung mit Jesus, dem Lebenden“. Diese lasse sich nicht festhalten, sondern müsse sich immer wieder neu ereignen, um lebendig zu bleiben. Und der Osterglaube, so Kreidler, müsse auch immer wieder errungen werden. Gott entziehe sich immer wieder; oft gelte es, „das Schweigen Gottes, die dunkle Nacht des Glaubens auszuhalten“. „Osterwege als Glaubenswege verlaufen nicht einfach kongruent und parallel zum Datum des Osterfestes im Kirchenjahr.“ Es gelte, einen Glauben zu leben, der das Tasten einschließt, das Suchen nicht aufhebt und das Fragen nicht überflüssig macht und der dennoch sagen kann: „Ich vertraue dem Auferstandenen, ich vertraue dem Leben.“

Ein solches Vertrauen sei nicht grundlos. Der Grund für österliches Vertrauen sei „die Liebe Gottes als Brücke zwischen dem Kreuzesgeschehen und der Auferweckung“. Diese Liebe Gottes erweise sich als eine Treue „wie ein Morgen, wie ein neuer Frühlingsmorgen, der uns den Blick auf den Himmel freigibt“, betonte Weihbischof Johannes Kreidler.