Paulus - erster wahrhaft missionarischer Mensch

Rottenburg/Ravensburg. 22. März 2009. Als Vorbild für heutige Glaubensverkündigung hat Bischof Gebhard Fürst den Völkerapostel Paulus gezeichnet. In einer Fastenpredigt am Sonntagabend in der Ravensburger Liebfrauenkirche bezeichnete er den vom Saulus zum Paulus gewordenen Heiligen als “ersten wahrhaft missionarischen Menschen”. Nach seiner Bekehrung vor den Toren von Damaskus, in der Christus ihn ganz ergriffen habe, sei der Mann aus Tarsus zum Brückenbauer zwischen Menschen, Gruppen und Völkern geworden, betonte der Bischof. Paulus zeige, dass die frohe und erlösende Botschaft Christi vom Reich Gottes einen nicht ruhen lasse; “sie treibt einen an, Zeuge zu sein für die Erfahrung Gottes und dabei andere mitzunehmen”.

Vorbildlich habe Paulus auf seinen Missionsreisen angeknüpft an die jeweilige Kultur der Menschen, an deren Fragen und Hoffnungen, ihrer Spiritualität, Religiosität und ihren Zweifeln. Der Apostel, der von sich sagte, er lebe nicht mehr sich selbst, sondern Christus lebe in ihm, sei mit dieser Haltung erst zum Grenzen überschreitenden Völkerapostel geworden und habe sich so als wirklicher Mensch gefunden. “Je mehr wir uns selbst, unsere Ichbezogenheiten, unsere unendlichen Egoismen und unsere maßlose Selbstliebe loslassen, desto mehr werden wir wir selbst sein können”, betonte Bischof Fürst.

Das tiefste Geheimnis des christlichen Glaubens sei die Botschaft vom Tod, den Gott in Christus starb, um so ganz Mensch zu werden für die Menschen, so der Bischof. Mit der Aussage “Sein Tod soll mich prägen” habe Paulus dieses Mysterium zusammengefasst. “Dieses tiefste Geheimnis unseres Glaubens können wir nicht begreifen, wir können uns nur von ihm ergreifen und es uns vom Evangelium zusagen lassen”, sagte Bischof Fürst.