Per Polizeibus nach Buenos Aires

Diese Bild zeigt die Freiwilligen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart gemeinsam mit ehemaligen Freiwilligen, die zu Besuch gekommen waren, am Flughafen von Buenos Aires. Bild: Tabea Reith

Diese Bild zeigt die Freiwilligen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart gemeinsam mit ehemaligen Freiwilligen, die zu Besuch gekommen waren, am Flughafen von Buenos Aires. Bild: Tabea Reith

Shutdown in Argentinien: Vier Freiwillige aus der Diözese mussten wegen der Corona-Pandemie ihr Gastland verlassen.

Vier Freiwillige aus der Diözese, die über das Rottenburger Stiftungsschulamt an katholischen Schulen in der argentinischen Stadt Santiago del Estero tätig waren, mussten wegen der Corona-Pandemie ihr Gastland verlassen. Stiftungsdirektor Dr. Joachim Schmidt beschreibt die Lage in Argentinien am vergangenen Wochenende als angespannt, da das Land einen völligen Shutdown beschlossen hatte und die Freiwilligen nicht mehr nach Buenos Aires reisen konnten, von wo aus das Auswärtige Amt Flüge bereithielt. Selbst Fahrten mit privaten Fahrzeugen seien verboten worden.

„Die Eltern waren natürlich sehr angespannt und forderten uns auf, Schritte zu unternehmen, um die Ausreise ihrer Kinder zu ermöglichen“, berichtet Schmidt. Neben den vier Freiwilligen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart hätten noch fünf weitere Freiwillige aus Deutschland in einem Haus der Kirche in Santiago del Estero Zuflucht gefunden. Gemeinsam warteten sie dort auf eine Transportmöglichkeit nach Buenos Aires. Und diese kam schließlich in Form eines Polizeibusses, sagt Schmidt und dankt im gleichen Atemzug der, wie er sagt, hervorragenden Arbeit des für die derzeitigen Rückholaktionen zuständigen Teams der Weltkirchlichen Friedensdienste, in dem Referentinnen und Referenten der Hauptabteilung Weltkirche in Rottenburg und des Bischöflichen Jugendamts in Wernau eng zusammenarbeiten. Auch von Elternseite habe er viele Lobesworte über das Krisenmanagement in diesem Team erhalten, berichtet der hoch erfreute Stiftungsdirektor.

Tabea Reith, eine der Freiwilligen, beschreibt ihre Odyssee durch das südamerikanische Land in einer E-Mail aus Buenos Aires währenddessen so: „Am Sonntag hatten wir noch keine Ahnung, wie wir nach Buenos Aires kommen sollten, weil unser Flug von Tucuman aus abgesagt wurde. Also saßen wir zu neunt in unserer kleinen Wohnung.“ Beim Mittagessen sei dann der überraschende Anruf von der Polizei gekommen, die der Gruppe mitgeteilt habe, sie noch am selben Tag abends abzuholen und nach Buenos Aires zu fahren. „Erst konnten wir es gar nicht glauben“, erinnert sich Reith. Doch dann sei von ihrer Mentorin vor Ort dieselbe Nachricht gekommen und „einige Stunden später holte uns dann ein Polizeibus ab und brachte uns ganz ohne Probleme und jegliche Kontrollen nach Buenos Aires bis zu unserer Unterkunft dort. Wir waren so glücklich und dankbar“, schreibt Reith. Gleich am Montag sei dann eine Mail von der Botschaft gekommen, dass die Gruppe auf der Liste für einen Flug am 1. April um 20.30 Uhr steht. Und am heutigen Freitag schreibt Reith in einer Mail: „Gestern sind wir in Deutschland angekommen. Alles hat gut geklappt.“