Perspektiven schaffen für Frauen ohne Aufenthaltsrecht

Rottenburg. 26. Februar 2016. Einen legalen Aufenthaltsstatus für Menschen, die schon länger ohne Erlaubnis in Deutschland leben, arbeiten und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen, haben die Initiatorinnen der Ausstellung „Mittendrin. Ohne Rechte“ gefordert. Entsprechend dem Vorbild in anderen europäischen Ländern müsse diese Perspektive auch für Mädchen und Frauen in unserem Land geschaffen werden. Das betonten die Leiterin der Hauptabteilung Caritas der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Irme Stetter-Karp und die Vorsitzende des Fachverbandes IN VIA, Ilona Rauschopf, bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend (26.2.) im Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg.

Die Ausstellung wolle mittels Motiv-Plakaten und spezifischen Gegenständen auf die bedrückende Situation von Frauen ohne Aufenthaltsgenehmigung aufmerksam machen, erklärte Stetter-Karp. „Wegen der permanenten Angst vor Entdeckung und Ausweisung, wegen fehlender Zugangsmöglichkeiten zur Gesundheits- und Altersversorgung und erhöhter Gefahr vor sexuellen Übergriffen müssen betroffene Frauen ihren Alltag unter widrigen Bedingungen gestalten und sind damit psychisch extrem belastet“, so die Rottenburger Ordinariatsrätin.

„Das Schicksal von Frauen ohne Aufenthaltspapiere ist eigenständig, anders und auch gefährlicher als das von Männern ohne Aufenthaltspapiere“, ergänzte die Vorsitzende des Katholischen Fachverbands IN VIA in der Diözese, Ilona Rauschopf.

Mit Bezug auf die aktuelle Situation von Flüchtlingsfrauen sehen Stetter-Karp und Rauschopf die Notwendigkeit des Schutzes einer sicheren Unterkunft besonders für diejenigen Frauen, die auf ihrer Flucht Gewalt ausgesetzt waren. Sie verwiesen dabei auf die jüngst von der Bischofskonferenz erstellten „Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge“ in denen gefordert wird, die besondere Schutzbedürftigkeit geflüchteter Frauen in Kirche und Gesellschaft noch stärker als bisher wahrzunehmen.

Die Hauptabteilung Caritas unterstützt die Arbeit von Fachorganisationen, unter anderem über den Fonds für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Die Ausstellung im Rottenburger Ordinariat wird gemeinsam von der Hauptabteilung Caritas der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem Katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, IN VIA, verantwortet. Sie setzt den Schlusspunkt der gut einjährigen bundesweiten Kampagne von IN VIA zum Thema Frauen ohne Aufenthaltspapiere.

Die Ausstellung im Foyer des Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg ist vom 26. Februar bis zum 11. März zu sehen. Die Öffnungszeiten des Ordinariats sind: MO – DO: 8.00 – 12.30 Uhr und 13.30 – 16.30 Uhr. FR: 8.00 – 12.30 Uhr und 13.30 – 15.30 Uhr.