Petrusdienst mit weitem Horizont

Zur Stunde des Rücktritts des deutschen Papstes würdigte Bischof Fürst ihn als einen Mann, der den Petrusdienst acht Jahre lang mit weitem Horizont sowie großer geistiger und geistlicher Tiefe geleistet habe. „Papst Benedikt hat immer wieder aufs Neue mit theologischen Aussagen überrascht.“

„Gott ist die Liebe“ sei nicht nur der Name der ersten Enzyklika Papst Benedikts gewesen, sondern auch Leitwort seiner Verkündigung, sagte Bischof Fürst in seiner Predigt. Manche wichtige Aussagen Benedikts seien bisweilen nicht in ihrer Tragweite erkannt oder erst nach einer Zeit intensiver Auseinandersetzung mit ihnen wertgeschätzt worden. Als Beispiele nannte Bischof Fürst die Impulse Benedikts, das Verhältnis zwischen Klerus und Laien im Sinne einer größeren Vitalität der Kirche neu zu bestimmen. In diese Richtung hätten auch die Mahnungen gezielt, die Kirche müsse sich immer neu reformieren, um ihren Heilsdienst an und in der Welt leisten zu können.

Als wegweisend hob der Rottenburger Bischof den Einsatz des Papstes hervor, die vielfach durch den Menschen gefährdete Schöpfung Gottes zu bewahren und zu schützen. Zu diesem Engagement zähle das von Benedikt ausgerufene Ziel, der Vatikan solle der erste klimaneutrale Staat der Welt werden. Schmerzlich, so Bischof Fürst, müsse für den Papst aus Deutschland das Scheitern seines Mühens um Einigung mit den Piusbrüdern gewesen sein. „Sie haben ihm sein Entgegenkommen bis zuletzt nicht gedankt.“ Auch der offenkundige Vertrauensmissbrauch im Vatikan, deutlich geworden in der so genannten Vatileaks-Affäre, müsse ihn schwer belastet haben.

Mit seinem Rücktritt aus Gründen schwindender Kräfte habe Papst Benedikt ein so überraschendes wie souveränes Zeichen gesetzt. „Dieser Schritt brachte ihm noch einmal weltweit Sympathie und Respekt ein.“ Bischof Fürst wünschte dem zurückgetretenen Papst ein gesegnetes Leben in der Zurückgezogenheit des Vatikans. Er betete für eine gute Zukunft der Kirche und um einen künftigen Papst, der die Kirche in schwieriger Zeit klug und glaubwürdig lenkt.

Hinweis: Auf www.drs.de ist ab Freitag ein Video vom Gottesdienst zu sehen.