Philosoph für Spätberufene

Am Sonntag wird der 34-jährige Ostälbler dort in sein Amt eingeführt. Bis zuletzt arbeitete er als Assistent am Lehrstuhl des Tübinger Philosophen Johannes Brachtendorf, der ihn als Doktorvater bei seiner Dissertation über den mittelalterlichen Philosophen
Wilhelm von Auvergne begleitete. Jetzt verstärkt Pitour die württembergische „Volksgruppe“ in Lantershofen: Von den derzeit 70 Seminaristen aus 24 deutschen Diözesen und zwei Ordensgemeinschaften, die sich als bereits in anderen Berufen bewährte Männer für das Priesterleben entschieden haben, stammen acht aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

In dem in der Diözese Trier liegenden und 1972 in einer Burganlage eingerichteten Seminar St. Lambert können junge Männer, die etwa mangels allgemeiner Hochschulreife nicht die Möglichkeit eines regulären Universitätsstudiums haben und eine anderweitige abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen müssen, sich auf den Priesterberuf vorbereiten. Wissenschaftliche Assistenten sowie aktive und emeritierte Professoren von benachbarten Universitäten lehren in Lantershofen; das Studium ist in Trimester unterteilt. Subregens Pitour wird das Fach Pastoralliturgie übernehmen und eventuell auch Philosophie vermitteln. Im ersten Trimester will der neue Subregens, wie er sagt, „die Seminaristen kennen lernen, ihre Stärken und Schwächen“. Sein Ziel sei, den Bedürfnissen der einzelnen Diözesen gerecht zu werden und deren künftige Pfarrer mit dem nötigen Rüstzeug auszustatten. Seit Bestehen des Seminars haben nach dessen Angaben rund 400 Priester dort ihre Ausbildung erhalten.

Hinweis: Näheres zum Studienseminar St. Lambert im Internet unter www.st-lambert.de