Martinusweg

"Pilgern für Fortgeschrittene"

50 Männer und Frauen pilgerten am Samstag mit Bischof Gebhard Fürst auf dem Martinusweg von Ammerbuch-Altingen nach Herrenberg. Bild: DRS/Thomas Brandl

50 Männer und Frauen pilgerten am Samstag mit Bischof Gebhard Fürst auf dem Martinusweg von Ammerbuch-Altingen nach Herrenberg. Bild: DRS/Thomas Brandl

50 Männer und Frauen pilgerten am Samstag mit Bischof Gebhard Fürst auf dem Martinusweg von Ammerbuch-Altingen nach Herrenberg.

„Das ist Pilgern für Fortgeschrittene…“ – Der Satz von Pfarrer Martin Uhl beim Start mit Starkregen und stürmischem Wind hat den Pilgertag mit Bischof Dr. Gebhard Fürst auf dem Martinusweg von Altingen nach Herrenberg ganz gut getroffen.

Wie schon im Vorjahr hielt der Wettergott einige Kapriolen für die knapp 50 Frauen und Männer auf ihrem 8,5 Kilometer langen Weg bereit. Und: Der Bischof erwies sich dabei erneut als guter Wetterprophet. Der optimistische Satz "In zwei Stunden ist der Regen vorüber!" stimmte 2019 genauso wie 2020...

Geistliche Impulse auf dem Weg

Vorbereitet hatten den Pilgertag mit mehreren geistlichen Impulsen unterwegs und einem abschließenden Gottesdienst in Herrenberg die beiden Dekanatsreferenten Stefan Müller-Guggemos (Rottenburg) und Wolfgang Hensel (Böblingen) gemeinsam mit Rolf Seeger von der Martinusgemeinschaft.

Passend zum Tag der Deutschen Einheit thematisierte Theologe Wolfgang Hensel das Motto „Grenzen überschreiten“ direkt am Übergang vom Dekanat Rottenburg ins Dekanat Böblingen unter der A81-Brücke: „Auch Sankt Martinus war ein Grenzüberschreiter.“

An der Ammer-Quelle am Stadtrand von Herrenberg ging Margret Somfleth, Religionslehrerin und langjährige Kirchengemeinderatsvorsitzende von St. Martin, auf die Offenbarung 21,6 ein: „Ich will dem Durstigen Wasser geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Auch hier passte das für die Pilgergruppe ausgewählte Lied „Leben aus der Quelle, Leben nur aus Dir“ perfekt zum Impuls.

Ikone der Nächstenliebe

Viele der Frauen und Männer, die diesmal dabei waren, sind auch das Jahr über oft mehrmals auf verschiedenen Pilgerwegen unterwegs – in der süddeutschen Heimat, aber auch anderswo auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela zum Beispiel oder dem Martinusweg, der sich vom ungarischen Szombathely, dem Geburtsort des Heiligen, bis nach Tours in Frankreich zieht, wo er im 4. Jahrhundert als Bischof wirkte.

In seiner Predigt in der Kirche St. Martin in Herrenberg schlug der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Dr. Gebhard Fürst den Bogen vom vierten ins 21. Jahrhundert. St. Martin sei ein sehr moderner Heiliger, der auch heute als „Ikone der Nächstenliebe“ eine große Hilfe sein könne für die Bewältigung des Lebens. In seiner Tradition sei es nur folgerichtig, „wenn wir den Mantel der Gerechtigkeit und der Geborgenheit auch auf die Flüchtlinge aus Lesbos ausbreiten, um Sankt Martin ernst zu nehmen“.