Pilgern mit Bischof Fürst

An diesem Mittwoch (20. Juli) beginnt der Bischof die erste Etappe um 7:30 Uhr mit einer Pilgermesse in St. Hippolyt in Böhmenkirch. Der Weg führt von dort um 9 Uhr nach Gussenstadt, wo er in der evangelischen Kirche St. Michael um 11 Uhr eine Statio hält. Um 11:30 geht es weiter nach Sontbergen. Nach dem Mittagessen um 14 Uhr ist eine Führung in der evangelischen Jakobuskirche und ein Impuls des Bischofs zum heiligen Jakobus vorgesehen. Der Weg führt ab 15:30 Uhr weiter über Zähringen nach Ettlenschieß, wo sich ein Besuch der evangelischen Kirche anschließt. Die erste Etappe mündet gegen 19:15 Uhr in Westerstetten.

Die zweite Etappe am Donnerstag verläuft von Ettlenschieß nach Sinabronn, wo Bischof Fürst um 10 Uhr die evangelische Jakobuskirche besucht und erneut einen Impuls zum Pilgern auf dem Jakobusweg geben wird. In der nächsten Station Lonsee wird Bischof Fürst in der katholischen Kirche Mariä Königin eine Statio halten. Um 11:30 Uhr führt der Pilgerweg dann nach Scharenstetten zur evangelischen Laurentiuskirche und von dort nach Temmenhausen zur evangelischen Nikolauskirche, wo die Wanderung gegen 15:30 Uhr mit einem Wort und Segen des Bischofs endet. Im kommenden Jahr will Fürst seinen Pilgerweg fortsetzen und auf dem nächsten Teilstück über Mähringen und Ulm-Eselsberg ins Zentrum von Ulm wandern.

Bereits in den beiden vergangenen Jahren war der Bischof im Juli auf ebenso langen Teilstücken des Jakobswegs von Crailsheim über Wöllstein nach Böhmenkirch gepilgert, um die Wallfahrt nach Santiago de Compostela noch bekannter zu machen und zu unterstützen. Zugleich will Fürst auf diese Weise mit Christen durch die Diözese unterwegs sein.

Im Mittelalter führte der Jakobusweg unter anderem über den europäischen Ost-West-Wanderweg von Prag über Nürnberg, Würzburg und Rothenburg ob der Tauber durch den ostwürttembergischen Raum, in dem es seit Förderung der Wallfahrt durch die Staufer besonders viele Jakobuskirchen gibt. Im vergangenen Jahr ist ein neu ausgezeichneter Jakobsweg vom fränkischen Rothenburg nach Rottenburg am Neckar eingeweiht worden. Seitdem ist eine durchgehende Wallfahrt von der tschechischen Grenze bis nach Frankreich möglich. Die 244 Kilometer lange Route führt über landschaftlich reizvolle Wege entlang der alten Trasse, aber nicht über den mittelalterlichen Jakobsweg. - Das überlieferte Grab des heiligen Jakobus des Älteren in der Kathedrale von Santiago de Compostela in Galicien in Nordspanien entwickelte sich seit dem 9. Jahrhundert zur bedeutendsten christlichen Wallfahrtsstätte nach Jerusalem und Rom. Die Jakobuspilger brachten zum Beweis dafür, dass sie bis ans "Ende der Welt" (Kap Finis-terre) im äußersten Westen (Ort des Sonnenuntergangs und des Todes) gelangt waren, die Jakobsmuschel als besonderes Geschenk des Atlantiks mit nach Hause. Seit 1122 wird ein heiliges Jakobusjahr gefeiert, wenn das Jakobusfest am 25. Juli auf einen Sonntag fällt. Seit dem Aufruf des Europarats 1987 zur Wiederbelebung der Jakobuswege erlebt diese "europäische Kulturbewegung" eine Renaissance.