Politikerin mit Weitblick für soziale Fragen

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart gedenke ihrer mit Dankbarkeit und großem Respekt. Die CDU-Politikerin ist am 20. Februar im Alter von 87 Jahren in Bad Urach verstorben. Als erste Frau in einem baden-württembergischen Kabinett habe sich Frau Griesinger in vorbildlicher Weise für eine Politik eingesetzt, die der konkreten Lebenssituation und den Anliegen von Familien gerecht wird, so der Bischof. Nach dem Ende ihrer politischen Laufbahn im Jahr 1984 habe sie sich u. a. als langjährige Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. mit großer Kompetenz und persönlichem Engagement für die Integration von Menschen eingesetzt, deren Recht auf gesellschaftliche Teilhabe in diesen Jahren noch keinesfalls allgemein anerkannt gewesen sei, betonte Bischof Fürst. Dass die Kirchen ihre anwaltschaftliche Verantwortung für die soziale Entwicklung der Gesellschaft nur in ökumenischer Gemeinsamkeit wahrnehmen können, sei für die überzeugte evangelische Christin Annemarie Griesinger in ihren politischen Bemühungen ebenso wie in ihrem persönlichen Leben eine unbestreitbare Selbstverständlichkeit gewesen, so Bischof Fürst.

Dr. Thomas Broch