Politische Richtung mitbestimmen

"Unser Wahlrecht ist ein demokratisches Grundrecht, um das uns viele Menschen in zahlreichen Ländern der Erde beneiden", heißt es in einem gemeinsamen Wort der Bischöfe Ulrich Fischer (Evangelische Landeskirche in Baden), Robert Zollitsch (Erzbistum Freiburg), Gebhard Fürst (Bistum Rottenburg-Stuttgart) und Frank Otfried July (Evangelische Landeskirche in Württemberg).

"Nutzen Sie die Chance, am 27. März 2011 die politische Richtung in Baden-Württemberg für die nächsten fünf Jahre mitzubestimmen", appellieren die Bischöfe an die Bürgerinnen und Bürger. Das verschaffe auch dem neuen Landtag eine breite Legitimation. Baden-Württemberg stehe vor vielfältigen Herausforderungen. So müssten ausreichend Haushaltsmittel zur Unterstützung von Familien und zum Ausbau der Kleinkindbetreuung aufgebracht und zudem in Schulen und Hochschulen investiert werden. Die Staatsverschuldung müsse zurückgefahren werden und alle Bürger sollten unabhängig von Herkommen und materiellen Möglichkeiten das Recht auf Bildung wahrnehmen können, erklären die Bischöfe weiter.

"Wir denken aber auch an so wichtige Fragen wie die nach der Würde des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen: Die Fragen der Biomedizin, der Bewahrung der Schöpfung, die Fragen nach dem Umgang mit Embryonen, aber auch das Thema Behinderte und Kranke in unserer Gesellschaft und schließlich die Frage nach Alter, Sterben und Tod", schreiben die vier Bischöfe. Diese Themen seien für die Zukunft der Gesellschaft entscheidend. "Daher ist es wichtig, dass uns im Parlament auch künftig Frauen und Männer vertreten, die mit Weitblick, Engagement und Verantwortungsbewusstsein vor Gott und den Menschen in unserem Land handeln."

Uwe Renz